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Anbau von Winterackerbohne und Wintererbse
Anbau von Winterackerbohnen Winterackerbohnen nutzen die Winterfeuchte, blühen deutlich früher und reifen um 3 Wochen früher ab als die Sommerform. Deshalb leiden sie weniger unter der frühen Hitze im Juni. Bei ausreichenden Niederschlägen ab Mitte Mai und geringer...
Winterleguminosen – Alternativen zum Raps
Die allerersten Meldungen mit 10 bis 15 dt/ha Rapsertrag waren alarmierend. Inzwischen pendeln sich die Erträge zwischen 25 und 35 dt/ha ein. Ob in den Spätdruschgebieten deutlich höhere Erträge erreicht werden, ist fraglich. Ursache für die bescheidenen, um nicht zu sagen katastrophalen Erträge, sind einmal Pflanzen- und Schotenausfälle durch Schädlinge wie Erdfloh oder Kohltriebrüssler, späte Nachtfröste, die zum Schotenabort führten, aber auch die Bekörnung in den Schoten dezimierten und die Hitze ab Mitte Juni, die eine Kompensation der Kornverluste über das TKG unterband.
Aus diesem Grund suchen einige Landwirte nach Alternativen für den Raps, der inzwischen durch die Kosten für Herbizide und Insektizide zu einer wahrhaft teuren, vor allem aber auch intensiven Kultur geworden ist, die einiges mehr als andere Früchte an Überfahrten zum Schutz der Kultur erfordert.
Abgesehen vom immer noch hohen Deckungsbeitrag für eine Mähdruschfrucht bietet der **Raps eine Reihe von Vorteilen**:
* einzige, ertragssichere Winter-Blattfrucht
* produziert Öl + Eiweiß statt Öl oder Eiweiß + Stärke
Leguminosen – Hülsenschädlinge
Mit Blühbeginn der Körnererbsen setzte der Hauptzuflug des Erbsenwicklers (Cydia nigricana) ein. Etwa zehn Tage nach dem jeweiligen Flughöhepunkt und der damit verbundenen Eiablage schlüpfen die ersten Larven. Nach dem Schlupf bohren sich die L1-Larven innerhalb weniger Stunden in die Hülsen ein und sind anschließend für Insektizide nicht mehr erreichbar. Die Larven ernähren sich zunächst vom Hülsengewebe und fressen sich anschließend in die sich entwickelnden Körner ein.
Da die Falter von Mitte Mai bis Mitte Juli aktiv sind, können mehrere Flughöhepunkte auftreten. Bei anhaltend hoher Flugaktivitätkann deshalb eine mehrmalige Behandlung von Nöten sein. Befallene Hülsen zeigen äußerlich häufig keine Symptome. Erst beim Öffnen werden die Schäden sichtbar. Die Körner werden von gelb-grünen Larven angefressen und durch Gespinste miteinander verbunden.
Charakteristisch sind gelb-braune Kotablagerungen innerhalb der Hülsen. Zusätzlich entstehen Ein- und Ausbohrlöcher, über die Feuchtigkeit eindringen kann.
Neben dem Erbsenwickler tritt regelmäßig die Erbsengallmücke (Contarinia pisi) auf. Die Eiablage erfolgt während der Knospen- und Blühphase. Die Larven entwickeln sich geschützt innerhalb der Blütenanlagen und jungen Hülsen. Befallene Hülsen bleiben häufig verkrümmt, entwickeln weniger Körner oder sterben bereits in frühen Entwicklungsstadien ab.
Die Schadwirkung wird oftmals unterschätzt, da die Larvenentwicklung weitgehend verborgen erfolgt und die Symptome mit Witterungs- oder Befruchtungsschäden verwechselt werden können.
Aktuell erfolgt in vielen Leguminosenbeständen der Larvenschlupf der Samenkäfer. In Erbsen handelt es sich überwiegend um den Erbsenkäfer (Bruchus pisorum), in Ackerbohnen um den Bohnenkäfer (Bruchus rufimanus). Die Weibchen legen ihre Eier ab Mitte Juni bis in den Juli auf die Hülsenoberfläche. Bevorzugt werden untere Hülsen und Pflanzen im Schlagrandbereich. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 8 bis 10 Tagen die Larven. Sie bohren sich unmittelbar durch die Eischale und anschließend durch die Hülsenwand in die Samen ein. Mit der Lupe oder der Vergrößerungsfunktion des Smartphones lassen sich die frisch geschlüpften Larven häufig als kleine schwarze Punkte auf den Hülsen erkennen.
Leguminosen – Krankheiten und Schädlinge
Blattläuse rechtzeitig kontrollieren
In Sachsen-Anhalt wurde ein erster Zuflug der Grünen Erbsenblattlaus sowie der Schwarzen Bohnenlaus festgestellt. Vor diesem Hintergrund sollten die Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Blattläuse sitzen häufig versteckt an der Blattunterseite oder zwischen noch nicht voll ausgebildeten Blättern. Deshalb sollten diese Pflanzenbereiche gezielt bonitiert werden.
Schüttelmethode, um den Besatz mit Blattläuse zu ermitteln
Dazu drückt man die Nachbarpflanzen um 4 Pflanzen zur Seite, um auf den blanken Boden blicken zu können, umfasst diese 4 Pflanzen und schüttelt diese zehnmal. Dann zählt man die grünen Blattläuse, die auf den Boden gefallen sind. Sind das mehr als 10, ist eine Bekämpfung angebracht, insbesondere wenn die Übertragung von Virosen zu befürchten ist. Schwarze Bohnenläuse saugen sich so fest, dass sie kaum abgeschüttelt werden. In diesem Fall müssen die meist auf den Stängeln festgesaugten schwarzen Läuse bonitiert werden.
Mit steigenden Temperaturen kann sich die Populationsentwicklung deutlich beschleunigen. Oberhalb von 20 °C ist
Clentiga in Erbsen
Trockenheit und Kälte verhinderten den frühen Auflauf von Unkräuter in den Leguminosen, schränkten aber auch die Wirkung der Bodenherbizide gegen die auflaufenden Unkräuter ein.
Mit den Niederschlägen des vorvergangenen Wochenendes ist mit dem verstärkten Auflaufen der bislang noch nicht gekeimten Unkräuter zu rechnen. Die im Vorauflauf gespritzten Herbizide werden das nicht verhindern können. Das gilt vor allem für tiefer keimende Arten wie Klettenlabkraut, Windenknöterich oder später auflaufende Melden. Mit einem verstärkten Auftreten ist deshalb in den Leguminosen zu rechnen.
Wirkstoffe zur Nachauflaufanwendung sind in Leguminosen (Ackerbohnen, Körnererbsen) nicht zugelassen. In begründeten Einzelfällen besteht jedoch die Möglichkeit, über das zuständige Pflanzenschutzamt eine Genehmigung nach § 22 Abs. 2 des Pflanzenschutzgesetzes zu beantragen. Das ermöglicht den Einsatz eines zugelassenen Pflanzenschutzmittels außerhalb der festgelegten Anwendungsgebiete. Genehmigt wird in den meisten Fällen die Anwendung mit Clearfield-Clentiga. Die maximal zulässige Aufwandmenge beträgt 1,0 l/ha, wobei aus Verträglichkeitsgründen die Splitting-Anwendung mit 2 x 0,5 l/ha im Keimen der ersten Unkrautwelle und wenn die am weitesten entwickelten Unkräuter das Laubblattstadium erreicht haben, zu empfehlen ist. Das im Clentiga enthaltene Imazamox ist in anderen Ländern (u.a. in Österreich) unter dem Namen Pulsar zugelassen und wirkt
Raps – Welche Alternativen bestehen, wenn doch umgebrochen werden muss?
Umbruchwürdigen Raps mit 1000 g/ha Glyphosat je 100 l Spritzbrühe (+ Additiv) abspritzen, um den Rapsdurchwuchs in der nachgebauten Frucht zu vermeiden.
Sommerraps ist keine Alternative. Dieser wird zur immerwährenden Last im späteren Winterraps und verstärkt dessen Auswinterungsrisiko.
Als Alternative bieten sich Sonnenblumen an, vor allem in den Gebieten, in denen ein 230er Mais druschreif wird. Gegen Sklerotinia sollten Sie vor der Aussaat 2 kg/ha Contans WG (ca. 55 €/ha) einarbeiten.
Sonnenblumensortenmittelfrühe Sorten (FAO 220 Körnermais): LG 5377, ES Savanna, NK Delfi
mittelspäte Sorten (FAO 240 Körnermais): P63LL156, 1025L
späte Sorten (FAO 260 Körnermais): SY Nebraska, Insun 222 CLP
Abhängig vom Wasserhaushalt werden zwischen 6 und 8 Körner/m² ausgesät. Mit zu geringen Pflanzenzahlen steigt das Risiko von Korb- und Stängelknicken.
Sojabohnen können in den Tallagen (bis 200 m) bis zur A4 (Erfurt-Dresden) auf Standorten, die den Anbau von Mais mit FAO 240 zulassen, anstelle des Rapses angebaut werden.
Leguminosen – Schädlingsbekämpfung und Fungizideinsatz
Der Schädlingszuflug war in den Leguminosen aufgrund der vorwiegend trocken-kalten Witterung bislang gering. Örtlich musste der Blattrandkäfer bekämpft werden. Zur Monatswende Mai/Juni ist mit ansteigenden Temperaturen und damit mit dem Zuflug der ersten Erbsenwickler zu rechnen. Wenige Tage nach dem Zuflug beginnen die Weibchen mit der Eiablage auf der Unterseite der Fiederblätter, auf den Blütenblättern und zum Teil auch auf jungen Hülsen. Nach 1 bis 2 Wochen schlüpfen die Raupen und wandern zu den Hülsen, in die sie sich einbohren. Dort fressen sie dann an der Samenanlage. Mit Vorliebe werden dichte, üppige Erbsenbestände (Wintererbsen) von Erbsenwicklern angeflogen.
Ackerbohnen und Erbsen – Mechanische Unkrautbekämpfung
Ackerbohnen haben eine hohe Konkurrenzkraft gegen Unkräuter, deshalb ist eine mechanische Unkrautbekämpfung durchaus Erfolg versprechend, wenn nicht gerade Gräser oder tiefwurzelnde Unkräuter ausgeschaltet werden müssen. Tiefer wurzelnde Unkräuter, wie Windenknöterich oder Klettenlabkraut, lassen sich mit Hacken, nicht aber mit Striegeln bekämpfen. Ackerbohnen Mit Blindstriegeln im Vorauflauf der Ackerbohne (Striegel scharf einstellen), zweites Mal Striegeln ab 8-Blatt-Stadium (bzw. ab 5 cm Wuchshöhe, Striegel weniger scharf einstellen). Unter optimalen Witterungsbedingungen (trocken, schüttender Boden) 60 bis 80 % Wirkung gegen flach wurzelnde Unkräuter. Ein dritter Arbeitsgang bei 15 – 20 cm Wuchshöhe mit dem Striegel oder mit der Hacke erhöht die Unkrautwirkung auf 75 bis 90 %. Beschädigungen der Ackerbohne lassen sich durch Striegeln am späten Nachmittag bis in die frühen Abendstunden verringern. Körnererbsen Körnererbsen reagieren auf die mechanische Unkrautbekämpfung empfindlich. Die Restverunkrautung zur Ernte bereitet in feuchten Jahren erhebliche Probleme. Dem Blindstriegeln im Vorauflauf folgt ein weiterer Arbeitsgang im 8-Blatt-Stadium der Erbsen
Körnererbse – Anbautelegramm
Erbsenbestände dürfen nicht lückig sein, weil dadurch die Verrankung schlechter wird und die Bestände von den Lücken aus in sich zusammenbrechen (Saatgut). Das Saatgut muss wenigstens 90 % Keimfähigkeit haben. Lassen Sie sich kein Saatgut mit weniger Keimfähigkeit andrehen, um dann dicker auszusäen: Die Lücken bleiben, dafür stehen die aufgelaufenen Pflanzen viel zu dicht. Zu eng stehende Erbsenpflanzen fallen durch den geringeren Hülsenansatz im Ertrag ab, gleichzeitig haben sie ein höheres Lagerrisiko durch die dünneren Stängel. Deshalb unbedingt langsam drillen (maximal 7 km/h) und bei pneumatischen Sämaschinen die Drehzahl im Verteiler so weit wie möglich zurücknehmen. Der Saattermin richtet sich danach, wie gut der Oberboden abgetrocknet ist und danach, ob wenigstens 2 bis 3 Tage nach der Saat mit schönem Wetter zu rechnen ist. Die notwendige Pflanzenzahl hängt vom Saattermin und vom Wasserhaushalt des Bodens ab. Untere Saatmengen auf weniger wasserspeicherfähigen Böden (unter 45 BP): 55 bis 65 Erbsenpflanzen je
Körnererbsen und Sojabohnen – Standortwahl
Erbsen können bis zum 10. April gesät werden. Sie eignen sich auch für sandig lehmige bis lehmige Böden. Aufgrund des filigranen Wurzelwerkes sind Erbsen für tonige Böden weniger geeignet als Ackerbohnen. Auch steinige Böden sind aufgrund der höheren Lagerneigung weniger in Betracht, vor allem wenn Steine nach der Saat nicht eingewalzt werden können. Erbsen haben einen geringeren spezifischen Wasserbedarf (40 l Wasser je t Kornertrag) und kommen aufgrund der kürzeren Vegetationszeit mit weniger Wasser aus als Ackerbohnen. Außerdem vertragen Erbsen Hitze besser.
Bei der Standortwahl für Sojabohnen müssen v.a. die Temperatursumme ab der Aussaat (min. 1450 °C auf der Basis 6 °C), die Strahlung und die Tiefsttemperaturen ab Ende Juni bis Mitte Juli berücksichtigt werden. Spätfröste bis – 6 °C im Mai können Sojabohnen in der Jugendentwicklung besser aushalten als Mais. Kritisch wirken sich niedrige Temperaturen (unter 10 °C) während der Blüte im Juni/Juli aus. Diese führen bei längerem Einwirken
Körnererbsen – Anbautelegramm 2024
Tabelle
