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Weizen und Roggen – Braunrost
Bislang wurden Braunrostpusteln nur vereinzelt gefunden. Mit dem Anstieg der Temperaturen tagsüber auf über 20 bis 28 °C und nachts um 15 °C sowie begünstigt durch mehrere Stunden bis in die Mittagsstunden hinein anhaltenden Blattnässe wurden in der 1. Juniwoche günstige Voraussetzungen für Braunrost-Infektionen geschaffen, speziell dort, wo die Trockenheit im April und Mais den Einsatz von Fungiziden bislang nicht nötig erschienen ließ. Die Bekämpfung mit Fungiziden ist nur bis EC 69 zulässig und muss deshalb umgehend erfolgen. Die Bekämpfungsschwelle liegt in braunrostanfälligen Sorten bei 5 %, in weniger anfälligen Sorten bei 10 % mit Rost befallener Blätter. Spätreife Sorten, deren Kornbildung noch nicht so weit vorangeschritten ist, leiden stärker unter dem Befall mit Braunrost. Ertragsminderung durch späten Braunrostbefall Das Risiko von Ertragsminderungen im Weizen durch den Braunrost können Sie abschätzen: 10 Tage nach der Blüte haben die Karyopsen ca. 20 % ihres Samengewichtes erreicht. In der Folgezeit müssen noch 80 % gebildet werden. Etwa 25 bis 30 % davon werden durch die Spelzen assimiliert, 10 % durch das oberste Halmstück (= Pedunkel), 25 % durch das Fahnenblatt, 15 % durch F-1 und 10 % durch F-2. Wenn 50 % des Blattes mit Pusteln übersät sind, ist noch mit 50 % Assimilationsleistung zu rechnen. In diesem Fall kostet der
Dinkel – Ährenbehandlung
Die Saalemühle/Dresdner Mühle gehört zu den größten Abnehmern von Dinkel. In den Dinkelspelzen wurde in der Vergangenheit immer wieder Tebuconazol nachgewiesen, das als bedenklich für die Verfütterung an Tiere eingestuft ist. Deshalb bittet die Saalemühle auf die Ährenbehandlung (mit Tebuconazol) zu verzichten.
Dinkel ist aufgrund der lockerständigen Ähren und der geringen Blütenzahl der Ährchen wenig anfällig für Fusarien. Dagegen können die Ähren von Septoria nodorum und Rost befallen werden. Das Risiko für den Ährenbefall ist gering, wenn eine Fungizidvorlage auf das Fahnenblatt mit Carboxamiden oder Strobilurinen erfolgt. Der Ährenbefall mit Spelzenbräune wird weitgehend unterbunden, wenn im Blattbereich wirksame Fungizide gespritzt werden.
Hochanfällig für Braunrost sind die Dinkelsorten Albertino und Badensonne. Beide Sorten sind zusammen mit Franckentop auch hochanfällig
Dinkel-Anbau 2023
Der Dinkelmarkt ist seit vorigem Jahr im Keller. Auch wenn ein Teil der diesjährigen Dinkelernte infolge von Lager und Auswuchs nicht mehr als Brotgetreide zu vermarkten ist, gibt der Ernteüberhang aus dem Vorjahr keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich die Preise für Spelzweizen schnell wieder erholen. Wer Dinkel anbauen will, sollte vorher einen Anbauvertrag abschließen.
Die Ertragsangaben für Spelzweizen beziehen sich auf den Vesen-Ertrag. Hohe Dinkel-Erträge liegen über 90 dt/ha, um 10 bis 15 dt/ha unter Winterweizen. Die Ertragsunterschiede zum Weizen sind geringer bei später Aussaat und auf schwächeren Böden. Allerdings ist Dinkel keine Kultur für trocken-heiße Standorte. Dafür kommt er mit Nässe im Boden und schweren, nassen Böden besser zurecht als der Roggen. Auch als Stoppelgetreide kommt Dinkel in Betracht, wird aber durch Halmbasiskrankheiten (Pseudocercosporella, Rhizoctonia) stärker befallen als Winterweizen. Deshalb ist eine konsequente Bekämpfung von Halmbasiskrankheiten auf nassen Standorten im Winter und im zeitigen Frühjahr angebracht.
