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Versorgung mit Spurenelementen
Wozu brauchen die Pflanzen Spurenelemente?
Spurenelemente kommen „in Spuren“ von 0,5 bis 100 ppm in der Trockensubstanz der Pflanzen vor. Auf den Hektar bezogen sind es einige wenige bis mehrere hundert Gramm. Im Vergleich dazu werden Makroelemente in einer Menge von 20 bis 300 kg pro Hektar bzw. 0,2 bis 5 Prozent der Trockensubstanz benötigt. Spurenelemente sind essenzielle Bestandteile von Enzymen, Hormonen und Proteinen oder regeln wie das Bor Prozessabläufe in der Pflanze. Der Mangel von wenigen Gramm an Spurenelementen kann deshalb gravierende Auswirkungen haben. Wenn die Pflanze z.B. zu wenig Bor hat, wirkt sich das auf deren Organismus ähnlich aus, wie das Vertauschen des Plus- und Minuspols an der Batterie. Das Auto läuft nicht, auch wenn der Tank (mit Stickstoff und anderen Nährstoffen)bis zum Anschlag gefüllt ist.
Spurenelemente wirken sich
auf den Elektronenhaushalt der Pflanze (z.B. Mangan, Eisen, Bor) aus.
Bilden Zentralatome in Proteinen und Vitaminen.
Sind Bestandteile von
Winterraps – Magnesiummangel
Hohe Niederschläge haben Ende August bis Mitte September im Südwesten und Nordwesten bis zur Westküste Schleswig-Holsteins die Böden mit Wasser gesättigt. In einem Streifen von 150 km Breite nördlich der Mittelgebirge von Bremen bis Sachsen sind die Böden aktuell zwischen 40 bis 60 % mit Wasser gesättigt, in den übrigen Gebieten zu 80 bis 90 %.
Der Zustand der Rapsbestände ist deshalb sehr unterschiedlich. Auffallend ist, dass der Raps in den mit Regen gesegneten Gebieten häufiger als in den Vorjahren Anzeichen von Magnesium-Mangel erkennen lässt:
Aufhellende Interkostalfelder, die vom Blattrand aus sich rötlich verfärben. Im Gegensatz zu den TuYV-Symptomen können die Symptome auf das ganze Blatt übergreifen.
Wenn der Raps zeichnet, kann auch das Getreide unter Magnesium-Mangel leiden. Symptome sind erst ab dem 4- Blattstadium zu identifizieren, wenn die Getreidepflanzen auf die Wurzelernährung umschalten:
Ältere Blätter beginnen von der Spitze her in gelben Streifen
Kalkung auf Ackerland
Kalken – pH-Werte vielfach stark gesunken Die hohen Niederschläge im Sommer der letzten beiden Jahre führten zur Verlagerung von Kalzium und Magnesium aus der Wurzelzone und zu einem eklatanten Absinken der pH-Werte in der Krume. In unseren Testflächen sanken die Werte bis zum Frühjahr um pH 0,5 bis 1,2. Auf tiefgründigen Böden gelangten die verlagerten Kationen zusammen mit Stickstoff und Schwefel durch das Kapillarwasser im trockenen Frühjahr wieder in die Wurzelzone, damit stieg der pH-Wert wieder an. Das war auf Böden mit geringer oder gestörter Kapillarität (z.B. sandige bzw. Schotterböden) bzw. auf Böden mit Unterbodenverdichtungen oder Störschichten, die den Aufstieg des Kapillarwassers behindern, nicht der Fall. Um sicher zu sein, dass der pH im Boden noch stimmt, ist es angebracht, kurzfristig den pH im Boden untersuchen zu lassen und im Falle deutlich zu niedriger pH-Werte eine für die kommenden Jahre vorgesehene Kalkung vorzuziehen. Damit werden die Kalkverluste ausgeglichen, die biologische Aktivität und der Nährstoffumsatz im Boden sichergestellt und Ertragseinbußen vermieden. Bedeutung des pH-Wertes Die im Boden vorkommenden Tonminerale und Humuspartikel sind als Kolloide nach außen negativ (-) geladen und wirken wie viele kleine Magneten, die positiv (+) geladene Kationen an sich ziehen. Tonminerale untereinander und Humuspartikel würden sich gegenseitig abstoßen. Der Boden hätte dann keine feste Konsistenz. Erst wenn die Bindungsstellen durch positiv-geladene Teilchen bzw. Kationen (H+, K+, Na+, NH +, Ca++, Mg++) besetzt sind, lagern die Kolloide aneinander bzw. können durch zweiwertige Kationen (Ca++, Mg++) miteinander verbunden sein („Ca- Brücken“). Durch die Ca-Brücken bekommt der Boden seine stabile Struktur. Auch Magnesium kann Kolloide verbinden, die Bindung ist allerdings aufgrund des geringeren Durchmessers des Mg-Atoms und der größeren Wasserhülle sehr instabil. Der Boden neigt zum Verschmieren, sobald er feucht wird. K+, Na+ und NH4+ sind einwertige, wie Ca++ und Mg++ basisch wirksame, pH steigernde Kationen, die aber keine Brücke bilden können und den Boden leichter verschlämmen lassen. Für eine günstige Bodenstruktur sollten deshalb die Ca++- Ionen zwischen 75 und 80 %, Mg++-Ionen zwischen 10 und 15 %, einwertige Kationen (K+, Na+, NH +) zusammen nicht mehr als 7 % der KAK (Kationen-Austausch-Kapazität) ausmachen
Zink – nicht nur für die Proteinbildung notwendig
Die zu Schossbeginn gezogenen Pflanzenanalysen wiesen in den letzten Jahren mit zunehmender Tendenz eine Unterversorgung mit Zink aus. Davon betroffen sind nicht nur stark sandige Diluvialstandorte mit von Haus aus geringer Versorgung oder Standorte mit hohen pH-Werten (über 7) bzw. Standorte mit hohen P-Gehalten im Boden, sondern auch Böden mit „normalen“ Eigenschaften und bislang als ausreichend eingestuften Gehalten im Boden. Ein Grund für die Häufung von Zink- und generell von Spurenelementmangel ist sicherlich, dass in den letzten 30 Jahren durch die Ernten Spurenelemente entzogen, aber keine Spurenelemente in größeren Mengen zugeführt werden. Das Getreidekorn enthält ca. 30 mg Zn je kg bzw. 30 g je t Ertrag (LKV Sachsen, 2024). Mit 9 t/ha werden also 270g Zink abgefahren. Das hört sich nach wenig an, aber sind 8 kg/ha in 30 Jahren bzw. das entspricht etwa 2 ppm Zn im Boden. Ein „normaler“ Boden enthielt im Jahr 1990 etwa 3
Unerwartet hohe Nmin-Werte und NH4-Freisetzung aus Tonmineralen
In den Nmin-Untersuchungen werden z.T. überraschend hohe Nmin-Werte ausgewiesen, die sich auch in der Nachuntersuchung bestätigten, also nicht auf warm gewordene Proben zurückzuführen sind. Davon betroffen sind vor allem Lössstandortein Sachsen-Anhalt und Sachsen und Auenstandorte im Einzugsbereich von Lössstandorten, verstärkt Standorte mit organischer Düngung in den Vorjahren.
Von einigen dieser Standorte liegen KAK-Untersuchungen vor, die als vorherrschendes Tonmineral Illit mit einer NH4- Sättigung von 1 % der Austauschkapazität aufweisen.
In den Illiten werden Kalium und Ammonium in den Zwischenschichten fixiert, aus denen eine Freisetzung nur dann erfolgt, wenn diese Zwischenschichten durch Nässe bzw. H+-Ionen aufgeweitet werden.
Dann rutschen die in den Zwischenschichten fixierten K- und NH4+-Ionen heraus und gelangen in die Bodenlösung.
Trocknet der Boden wieder aus, schnappen sich die Tonminerale wieder einen Teil des Kaliums und Ammoniums aus der Bodenlösung und legen diese wieder fest.
Ein Teil des NH4 in der Bodenlösung wird nitrifiziert. Das Nitrat bleibt im
Stickstoff im Boden im Frühjahr 2025
Nährstoffauswaschung Ausgesprochen nass war es im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres im Norden, südlich der Donau und im Westen Deutschlands. Aber auch in den Trockengebieten fielen mehr Niederschläge als normal. Die Niederschlagsmengen bewirkten, dass die sandigen Böden in ganz Deutschland mit Wasser gesättigt sind. In Norddeutschland wurden die Sandböden mehrfach durchgespült, so dass dort Nitrate, Sulfate und auch Kationen mit geringer Bindung wie Magnesium, Kalzium auch Ammonium und Kalium ausgewaschen wurden. Nitrat dürfte auch aus den lehmig-tonigen Böden in Niederbayern und in den Marschen in Norddeutschland verlagert worden sein, kann aber kapillar wieder in den Wurzelraum aufsteigen. Die guten Böden in den Regenschattengebieten im Südwesten, in Franken oder in den Börden Ostdeutschlands sind trotz der Niederschläge erst zu 70 bis 90 % wassergesättigt. Dort hat noch keine gravierende Nährstoffauswaschung stattgefunden. Nachdem auch freier Kalk mit der Bodenlösung verlagert wurde, lagen nicht genug Ca-Ionen vor, um Schwefel als Gips zu
Schwefeldüngung – Ohne Schwefel wirkt auch Stickstoff schlecht
Die DüV wirkt sich einschneidend auf den Ackerbau aus. Um Ertrags- und Qualitätsminderungen in Grenzen zuhalten, müssen wir die Stickstoffwirkung optimieren. Dazu ist eine ausreichende Versorgung mit anderen Nährstoffen Voraussetzung, die für die Eiweißbildung und das Wachstum der Pflanzen notwendig sind: Die Hauptelemente Phosphor und Schwefel, als Eiweißbestandteile, aber auch Kalium, das für die Bereitstellung der Kohlenhydrate notwendig ist, ohne die kein Protein gebildet werden kann. Die Spurenelemente Molybdän und Kupfer sind als Bestandteil von Enzymen Voraussetzung für die Umwandlung von Nitrat in Ammonium und Amide, damit daraus Aminosäuren gebildet werden, oder Zink, ohne das Proteine nicht synthetisiert werden können. TA-Luft schuf eine neue Welt Die TA-Luft hatte 1984 einschneidende, direkte und indirekte Auswirkungen auf die Landwirtschaft, da mit dieser Verordnung der Eintrag an Schwefel auf ein Minimum verringert wurde. Schwefelmangel spielte auch in vorindustriellen Zeiträumen kaum eine Rolle, weil über den Hausbrand oder Brandrodung genug Schwefel in die Luft
Phosphor-Bedarf sicherstellen
Wärme und Trockenheit ab Mitte Oktober haben den bereits bestellten Beständen zu einem guten Start verholfen, solange man nur den Spross betrachtet. Die Wurzeln dieser Bestände schauen dagegen eher mickrig aus. Das dürfte auch bei den in diesem Zeitraum bestellten Beständen der Fall sein, wenn die nass-kalten Bedingungen anhalten. Sollten dann noch winterliche Bedingungen herrschen, geraten die Pflanzen in ein Dilemma: Keine Wurzel, kein Wachstum; kein Wachstum, keine Wurzel. Das kann sich im Frühjahr lange hinziehen, vor allem in der Wintergerste. Momentan heben sich trotz ausreichender P-Versorgung im Boden in unseren Versuchen bereits die mit DAP gedüngten Parzellen gegenüber den nicht gedüngten Parzellen ab. Aus den Schlagkarteiauswertungen und aus der Literatur ist abzuleiten, dass eine Ertragswirkung der zur Aussaat gegebenen P-Düngung auch bei guter Versorgung zu erwarten ist, wenn schlechte Bodenstruktur (= geringe Durchwurzelbarkeit) und Nässe (= O2-Mangel) die P-Aufnahme behindern. Trockenheit und niedrige Temperaturen setzen die P-Aufnahme um gut
Nässe im Herbst bei der Düngerplanung für das Frühjahr berücksichtigen
Im Nordwesten (westlich der A7, nördlich der A4) sind die Böden verbreitet übersättigt mit Wasser. Jeder Millimeter mehr wird zu einer Verschlechterung der Ausgangslage im Frühjahr beitragen. Dort ist mit niedrigen Nmin-Werten im Frühjahr zu rechnen. Im Nordosten mit Ausnahme der Küstenstandorte und Vorgebirgslagen warten die Böden noch auf Regen. Die Bördestandorte können auch noch 60 bis 100 mm Regen bis zur Sättigung aufnehmen. Die Nmin-Werte werden sich auf den besseren Böden im normalen Bereich bewegen, auf den sandigen Böden niedriger sein, wenn es in der Folgezeit mehr als 60 mm regnen sollte. Im Süden sind die Böden mit Wasser nahezu gesättigt, in einigen Gebieten auch schon übernass. Dies zeigt sich an den Aufhellungen der Gerste in den doppelt bearbeiteten Teilbereichen. Weiterer Regen wird auch dort zu einer verstärkten Nitrat-Verlagerung führen. Niedrige Nmin-Werte in der Krume, das bedeutet auf Sandböden weniger als 10 kg/ha Nmin, auf Lehmbödenunter 20 kg/ha in
Platzierung des Düngers statt Ausbringung mit der Schaufel
Je knapper die Versorgung der Böden, umso wichtiger wird die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor. Das zeigte sich in diesem Jahr wieder besonders deutlich. Güllebetriebe mit hoher P-Versorgung liegen in den Erträgen durchweg an der Spitze. Die Nährstoffaufnahme erfolgt proportional zur Nährstoffkonzentration im Boden. Je geringer der Abstand zwischen einer Nährstoffquelle (Düngerkorn, mit Nährstoffen versorgte Bodenpartikel) und den Wurzelspitzen ist, umso niedriger kann die Nährstoffkonzentration sein, um die notwendige Nährstoffaufnahme pro Zeiteinheit (Tag) sicherzustellen. Geringe Nährstoffversorgung im Boden, die Begrenzung der Düngerausbringung durch die DüV, aber auch die durch Festlegung eingeschränkte Verfügbarkeit der Nährstoffe erfordern umgekehrt einen kürzeren Transportweg der Nährstoffe vom Düngerkorn zur Wurzel, d.h. Platzierung der Nährstoffe in Wurzelnähe. Weniger wasserlösliche Nährstoffe wie Phosphate, die zudem schnell schwerlösliche Bindungen mit zwei- und höherwertigen Kationen (z.B. Ca++, Mg++, Fe++/+++, Al++/+++) eingehen, werden zudem im Boden nur über kurze Strecken transportiert. Beim Phosphor wirkt sich deshalb die Platzierung des Düngers in
Kaliumdüngung nach einem nassen Jahr
Seit letztem Sommer hat es in ganz Deutschland soviel geregnet, wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nicht.
Das Wetter der letzten Wochen war überwiegend durch eine Vb-Wetterlage gekennzeichnet, d.h. ein Mittelmeertief saugt sich wie ein Schwamm voll Wasser und regnet nördlich der Alpen ab. Nachdem sich zudem der erste Hurrikan (Beryl) in der Karibik bereits in der letzten Woche auf den Weg gemacht hat, ist in nächster Zeit eher mit durchsetztem Wetter zu rechnen. Danach könnte sich hochsommerliches, trockenes Wetter durchsetzen, dem ein ausgeprägter Altweibersommer folgen kann. Letzteres bedeutet eine längere Trockenheit im September, vielleicht noch im Oktober. Diese dürfte sich auf die Verfügbarkeit und Aufnahme von Kalium und Phosphor im Herbst auswirken.
Kaliwirkung auf sorptionsschwachen Böden
Auf sorptionsschwachen Böden wurde Kali infolge der Regenmassen zumindest aus der Krume ausgewaschen, vielfach auch aus der darunterliegenden Bodenschicht. Deshalb ist eine Ausgleichsdüngung dringend erforderlich. Auf diesen Böden kommen die Kali-Düngung nach der Saat und die K-Rücklieferung aus den Ernterückständen im Herbst noch zum Wirken. Im Herbst sollte deshalb auf stark sandigen Standorten mit hohen Winterniederschlägen nicht mehr gedüngt werden, als der Raps im Herbst an Kali aufnehmen kann. Zum Stoppelgetreide sollte wenigstens der K-Nettoentzug gedüngt werden.
K-Wirkung auf stark tonhaltigen Böden
Auf tonigen Böden ist vor allem in den Regenschattengebieten damit zu rechnen, dass für den Raps und für das Stoppelgetreide in einem trockenen Herbst nicht genug Kalium verfügbar ist, wenn die Bodengehalte an Kalium auf Böden mit mehr als 10 % Ton unter 1,0 mg K bzw. 1,2 mg K2O je Prozent Ton abgesunken sind. Deshalb sollte die K-Düngung auf diesen Standorten zu Raps und Stoppelgetreide unbedingt vor der Aussaat ausgebracht und in den Boden eingearbeitet werden. Dabei ist eine etwas tiefere Einarbeitung auf 8 bis 10 cm effektiver als den Dünger nur flach einzumischen, weil die oberen 2 bis 3 cm des Bodens auch im Herbst trockenfallen können.
Magnesium – Versorgung im Herbst sicherstellen
Die meisten glazialen Böden (eiszeitliche Geschiebe-Böden), aber auch Verwitterungsböden aus Mg-armen Ausgangsgestein (Urgestein, Buntsandstein, auch Kreideböden) sind von Haus aus magnesiumarm. Die Häufigkeit von akutem Mg-Mangel im Boden ist durch jahrelange Mergeldüngung geringer geworden. Magnesium wird als zweiwertiges Kation an die Austauscher gebunden. Aufgrund der weiten Hydrathülle um das Mg-Ion ist aber die Bindung vergleichsweise schwach, so dass Magnesium aus nassen Böden in tiefere Schichten verlagert und aus sandigen Böden auch ausgewaschen werden kann. In tiefgründigen Böden mit guter Kapillarität erfolgt in aller Regel wieder ein kapillarer Aufstieg in die Krume. Die Sommerniederschläge (2023) führten zur Verlagerung von Magnesium. Die Verdunstung im September reichte nicht aus, um Magnesium wieder in die oberste Bodenschicht zu transportieren. Aus diesem Grund trat erkennbarer Magnesium-Mangel mit aufgehellten, später rotverfärbten Interkostal-Feldern im Raps bzw. grün gepunktelten Adern im Getreide im vergangenen Herbst häufiger als in den Vorjahren auf. Der Regen im Spätherbst und Winter bewirkte
Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden
In den letzten Jahren wie auch in diesem Frühjahr waren die Nmin-Werte von Termin zu Termin oft erheblichen Schwankungen unterworfen, die nicht allein durch Auswaschung zu erklären sind. Steigende Nmin-Werte lassen auf eine Freisetzung aus dem organischen N-Pool im Boden schließen, die im Boden, aber auch bei der Probenaufbereitung eintreten kann. Abnehmende Werte können auf die Verlagerung von Nitrat oder auf Denitrifikationsverluste zurückzuführen sein. Sie sind aber auch durch den Einbau von Stickstoff in die aktive Biomasse im Boden zu erklären.
Dieser Vorgang wird bei der Diskussion um (scheinbare) Stickstoffverluste zu wenig berücksichtigt. Annähernd 10 % der organischen Bestandteile im Boden bestehen aus aktiven Mikroorganismen, für deren Aufbau Stickstoff verbraucht, bei deren Absterben aber auch wieder Stickstoff freigesetzt wird. Für den Aufbau von Mikroben-Eiweiß können kurzfristig durchaus 30 bis 50 kg N je ha und mehr „verschwinden“, die später wieder freigesetzt werden. Auf diese Weise ist der „Wiederbefeuchtungseffekt“ durch Niederschläge
Weizen – Ertrags- und Spätdüngung 2024
Im Vergleich zum Vorjahr ist das N-Angebot aus dem Boden deutlich geringer, die gemessenen Nmin-Vorräte lagen verbreitet um 20 bis 30 kg/ha N (0 – 90 cm) unter dem Vorjahresniveau, das Potential an Nmob ist um 30 % niedriger. Allerdings dürfte dieses Potential aufgrund der besseren Wasserversorgung der Böden effektiver genutzt werden, sodass die tatsächliche, nutzbare Nachlieferung nur um 10 bis 20 % bzw. 5 bis 15 kg/ha N geringer ausfallen dürfte. Bei gleichhoher Ertragserwartung ist deshalb der N-Düngerbedarf um 25 bis 45 kg/ha N höher. In diesem Jahr wird sich der Bodenstrukturzustand der Böden gravierend auf den N-Umsatz im Boden auswirken. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass auch das Ertragsniveau unter der ungünstigen Bodenstruktur leiden wird.
Probleme dürften Standorte mit tonigen, bindigen Böden bekommen, deren N-Düngungsmöglichkeiten durch die DüVO stark beschränkt sind. In „Roten Gebieten“ dürfte es bei strikter Auslegung der DüVO nicht möglich sein, das Ertragsniveau zu halten, geschweige
Phosphor – Bedarf nach einem nassen Frühjahr und Winter
Phosphor ist das Nährelement, dessen Verfügbarkeit und Aufnahme am stärksten auf die Bodenstruktur und die Erwärmbarkeit des Bodens reagiert und von der Durchwurzelungsleistung der Kulturpflanze abhängt. Je schlechter diese ist, was in diesem Frühjahr häufig der Fall ist, umso geringer ist auch die potentiell aufnehmbare Phosphatmenge.
Die im Bodenwasser gelöste Phosphatmenge beträgt nur 2 kg/ha P2O5 (1.000 g P), das entspricht auch der täglichen Aufnahme eines gut bestockten Getreidebestandes unter wüchsigen Bedingungen. Um diese Aufnahme sicherzustellen, muss deshalb aus dem sogenannten labilen Pool des Bodens (zwischen 500 – 900 kg/ha P2O5 bzw. 250 – 450 kg/ha P) kontinuierlich Phosphat nachgeliefert werden. Diese Phosphate sind an den Außenbereichen von Eisen- und Aluminiumoxiden adsorbiert, an Humusteilchen und auch an Tonmineralen. Allerdings ist die Anlagerung an Tonminerale viel geringer, als dies bei Kationen (K+, Ca2+, Mg2+ usw.) der Fall ist.
Die Nachlieferung von Phosphaten aus dem labilen Pool in die Bodenlösung ist stark
Frühjahresdüngung – Bodenverhältnisse berücksichtigen
Dauerregen im August, relativ trocken von September bis Anfang Oktober, viel Regen im November, Wintereinbruch mit Eis und Schnee, Weihnachtstauwetter mit wieder viel Regen, danach wieder Winter und seit 3 Wochen Schmuddelwetter. Einen ähnlichen Witterungsverlauf hatten wir im Jahr 1981/82 und deutlich abgeschwächt in den Jahren 1991/92, 2002/03 und 2017/18.
Im (Nord-) Westen fielen von August 2023 bis Januar 2024 über 600 mm Regen. Zieht man die Evaporation ab, wurden dort Lössböden bis in ein Meter Tiefe mehr als zweimal, leichte Böden wenigstens dreimal durchgespült. Im Osten und in Franken sieht es anders aus. Dort regnete es auch mehr als normal, so dass die Wintergetreidebestellung immer wieder unterbrochen werden musste, aber die Niederschläge reichten nach Abzug der Evaporation im Osten und in Nordbayern gerade aus, um den Wasservorrat sandiger Böden aufzufüllen. Lössböden wurden dort durch die Niederschläge nur zu zwei Drittel aufgefüllt. Zusammen mit der Restfeuchte, die noch vor August im Boden war, haben die schweren Böden knapp 90 % der nutzbaren Feldkapazität erreicht.
Dadurch ergeben sich für die Düngeplanung in diesem Frühjahr unterschiedliche Voraussetzungen.
Die ersten Nmin-Werte liegen erwartungsgemäß auf sehr niedrigem Niveau. Bei fast allen Untersuchungsergebnissen wurde in den oberen 30 cm mehr Nmin gemessen als in den darunter liegenden Schichten. Das ist die Folge des Bodenfrostes im Dezember und des danach eintretenden Weihnachtstauwetters, in dessen Verlauf die Temperaturen in den obersten 5 cm des Bodens auf 7 ° C und darüber anstiegen. Dadurch wurde ein Teil des schnell umsetzbaren Nmob umgesetzt. Je nach Boden können das zwischen 5 und 15 kg/ha N sein, die sich als Nmin in der Krume widerspiegeln. Der bereits mobilisierte Stickstoff kann aber nicht ein zweites Mal nachgeliefert werden. Das Nmob im Frühjahr wird dadurch verringert.
Grunddüngung – Phosphor- und Kalidüngung in Stichworten
Auch in diesem Jahr war ein deutlicher Unterschied zwischen gut und schlecht versorgten Böden zu sehen. Bestände auf gut versorgten Böden haben die Trockenheit im Mai und Juni deutlich besser eingesteckt und konnten den Anschlußregen Ende Juni ohne nennenswerte Ertragsminderung ausnutzen. Deshalb darf die Grunddüngung nicht vernachlässigt werden, auch wenn es teuer ist.
P-Düngung in Stichworten
Bei P-Gehalten unter 3,5 mg P bzw. 8 mg P2O5 je 100 g Boden ist mit deutlichen Ertragseinbußen zu rechnen. In diesem Fall ist eine Düngung in Höhe des Nettoentzuges zu jeder Kultur + 30 kg P2O5 zu Raps bzw. + 20 kg/ha P2O5 zur Sommerung in einer 5-feldrigen Fruchtfolge angebracht (10 kg/ha Zuschlag pro Jahr)
Bei P-Gehalten unter 5 mg P bzw. 12 mg P2O5 je 100 g Boden sollte mindestens die P-Abfuhr (Netto-Entzug) ersetzt werden, um ein weiteres Absinken der Bodenversorgung zu verhindern.
Kennzeichen und Kennwerte guter Ackerkulturen
Kennzeichen guter Ackerkultur
Ackerkultur beinhaltet die Summe der physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Ackerbodens, die sich auf die Ertragsfähigkeit des Bodens auswirken. Wir haben auf der Basis der Untersuchungsergebnisse aus langjährig geführten Schlagkarteien unserer Beratungskunden die Kenndaten zusammengestellt, welche Voraussetzung für stabile, hohe Erträge in allen Kulturen sind.
Die vier häufigsten Ursachen für schlechte Erträge, wenn man davon absieht, dass Boden (Bodenform = Bodenart + Bodentyp) und Wetter nicht zu beeinflussen sind:
Bodenstruktur eingeschränkter Wurzelraum durch Verdichtungen aber auch durch Klutenbildung
Fruchtfolge Anbauhäufigkeit und Anbaudichte
pH zu niedrig häufiger als zu hoch
P-Versorgung in reinen Ackerbaubetrieben Nr. 1 als Grund für schlechte Erträge
Bodenart (Textur) und Humusgehalt (Corg)
Auf die Bodenart (Bodentextur) bzw. die Zusammensetzung des Bodens können wir keinen Einfluss nehmen, höchstens auf den Humusgehalt, das aber auch nur über einen längeren Zeitraum und in begrenztem Umfang.
Der „ideale Boden“
N-Freisetzung im Frühjahr 2023
Im Herbst und Winter fielen auf den meisten Standorten in Deutschland mehr Niederschläge als der Boden in den oberen 100 cm speichern kann. Sandige Böden wurden zwei- bis dreimal durchgespült. Ausnahmen gibt es im mittleren und südlichen Sachsen-Anhalt und angrenzenden Gebieten, wo Lössböden mit 200 mm nFK bis maximal 80 cm Tiefe voll durchfeuchtet sind. Dazu kommen die Niederschläge im März.
Die Nmin-Vorräte liegen deshalb auf den meisten Standorten niedriger als in den Vorjahren. Auf durchlässigen Böden wurden oft weniger als 10 kg/ha N im gesamten Wurzelraum gemessen. In einigen Proben wurden aber auch höhere Nmin-Werte (20 bis 30 kg/ha N) in der Krume gemessen, während die zweite und meist auch die dritte Schicht deutlich niedrigere Gehalte hatte. Das lässt auf eine N-Freisetzung im Zeitraum Ende Dezember bis Anfang Januar schließen, infolge der in dieser Zeit örtlich über 10 °C angestiegenen Bodentemperaturen.
Die Vegetation kommt derzeit nur langsam in Gang, damit
Komplexe Pflanzenanalysen
Die Pflanzenanalyse gibt Aufschluss über die Verfügbarkeit und Aufnahme von Nährstoffen, insbesondere von Spurenelementen aus dem Boden. Nachdem in den letzten Jahren die Nährstoffverfügbarkeit und Nährstoffaufnahme durch Trockenheit eingeschränkt waren, ist es in diesem Jahr Nässe, die sich auf Wurzelbildung und Nährstoffaufnahme auswirkt.
Um einen guten Überblick über die Nährstoffdynamik Ihrer Böden zu erhalten, ist es hilfreich Boden- und Pflanzenanalysen von sichtbar guten und schlechten Stellen innerhalb eines Schlages zu nehmen und diese im Labor untersuchen zu lassen → Pflanzenanalysen
Wir haben mit dem Labor Rabatte für unsere Kunden ausgehandelt. Wenn Sie an der Untersuchung teilnehmen möchten, schreiben Sie auf Ihren Probenbegleitzettel „Angebot NU Agrar“. Die Untersuchung erfolgt am besten in EC 31, wenn der 1. Knoten zu erkennen ist bzw. in EC 39, wenn das letzte Blatt erschienen ist.
NEU ! Erstellung der Probenbegleitzettel erfolgt online (Eurofins EOL), ansonsten wird ein Aufpreis (19 €) in Rechnung gestellt.
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