Grünes Info
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Wintergetreide – Herbizidanwendung im Herbst (Fortsetzung aus Info 19/2026)
Bodenherbizide gegen Gräser im Getreide Bis Herbst 2026 dürfen Flufenacet-haltige Herbizide noch aufgebraucht werden. Das Cinmethylin (im Luxinum) hat eine Notfallzulassung im Winterweizen erhalten. Andere Alternativen zur...
Wintergerste – Saatstärke
Triticale – Sortenübersicht 2026
Roggen – Sortenübersicht 2026
Wintergetreide – Herbizidanwendung im Herbst
Addition von Wirkstoffen Werden Wirkstoffe mit unterschiedlicher Wirkungsweise zusammen oder in Spritzfolge ausgebracht, wird die Wirkung des 2. Wirkstoffes nicht zur Wirkung des 1. addiert, sondern bezieht sich auf die Wirkung der verbliebenen Unkräuter: Beispiel:...
Wintergetreide – Übersicht Herbizide zur Herbstanwendung
Winterweizen – Ertragsaufbau
Einteilung der Weizensorten aufgrund der Ertragsbildung Frühschossende (Kurztags-) Typen beginnen ab dem 13-Stunden-Tag zu schossen, dadurch wird die Bestockung im...
Notfallzulassung Luximo gegen Ackerfuchsschwanz im Winterweizen
Der Wirkstoff Cinmethylin (enthalten in Luxinum) hat zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz in Winterweizen eine Notfallzulassung vom 01.09. bis 29.12.2026 für 400.000 ha erhalten. Im Rahmen der Notfallzulassung ist eine...
Wintergerste – Rückblick auf die Ernte 2026
Rückblick auf die Wintergerstenernte im Norden
Die Wintergerstenerträge fielen in den nördlichen Anbauregionen insgesamt durchschnittlich aus. Der Erntebeginn wurde früh durch die große Hitzewelle Mitte Juni eingeleitet. Die Körner reiften innerhalb kurzer Zeit vollständig ab, während das Stroh in vielen Beständen noch deutlich grün blieb. Reife Ähren standen auf noch nicht vollständig abgereiftem und entsprechend zähem Stroh.
Die Wintergerste litt aufgrund der frühen Reife weniger unter der Junihitze. Die Mehrzahl der Sorten hatten die Umlagerung der Assimilate in das Korn zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Die hohen Temperaturen begrenzten deshalb die Kornfüllung weniger stark als in den Weizenbeständen, die sich noch in der Phase der Endospermbildung (Kornbildung) befanden.
Problematischer als die Hitze war in weiten Teilen Brandenburgs und Mecklenburgs die Entwicklung der Bestände nach dem trockenen Frühjahr. Die hohen Niederschlagsmengen im weiteren Saisonverlauf führten dazu, dass Wintergerstenbestände ins Lager gingen.
In der Frühjahrstrockenheit, auch aus Angst vor Frösten, wurden Wachstumsregler vielfach zurückhaltend oder gar nicht eingesetzt.
Raps – Einsatz von Graminiziden
Ausfallgetreide und Unkrautsamen sind infolge der Trockenheit verbreitet kaum aufgelaufen. Mit dem verstärkten Keimen ist nach den Niederschlägen in den nächsten Tagen zu rechnen.
Um zu vermeiden, dass der frisch gesäte Raps im Ausfallgetreide unterdrückt wird, ist es angeraten, dieses spätestens im 3- bis 4-Blattstadium mit Graminiziden herauszuspritzen. Für die Wirkung der FOP-Mittel sind wenigstens 60 %, besser 70 % relative Luftfeuchte nötig. Bei geringerer Luftfeuchte können sie die Wachsschicht und Kutikula schlecht durchdringen. Die Formulierung der Mittel erleichtern das Eindringen.
Inzwischen ist eine Unzahl von Nachbauprodukten auf dem Markt, deren Formulierung vielfach zu wünschen übrig lässt. Aus diesem Grund beschränken wir unsere Empfehlungen auf Standard-Produkte, über die uns keine nachteiligen Erfahrungen vorliegen.
Raps – Insektizide gegen Rapserdfloh
In der Ernte krabbelten massenhaft Erdflöhe auf den Rapshängern herum. Kreuzblütler (wie Gartenkresse) im Garten werden durch den Rapserdfloh zusammengefressen. Mit einem hohen Erdflohdruck ist zu rechnen. Die kühlere Witterung lässt den Zuflug trächtiger Mutter-Erdflöhe ab Ende August bis in die ersten Septembertage erwarten.
Auch auf den verstärkter Zuflug von Kohlmotten oder Rübsenblattwespen ist zu achten. Diese werden mit der Spritzfolge gegen den Erdfloh miterfasst.
Winterweizen – Sortenübersicht 2026
Tabelle
Winterweizen – Kurzbeschreibung neuer Sorten
A-Sorten
KWS Lonnie (KWS)
A-Weizen mit durchschnittlichen Ertragsleistungen
gutes Hektolitergewicht mit moderaten Rohproteingehalten
mittlere Fallzahl mit begrenzter Fallzahlstabilität
Kompensationstyp
mittleres Schoss- & Reifeverhalten
durchschnittliche Winterhärte
mittlere Pflanzenlänge & Lageranfälligkeit
geringe Anfälligkeit für Halmbasisverbräunungen
gute bis sehr gute Blattgesundheit (Mehltau, Blattseptoria, Gelb- & Braunrost)
weniger anfällig für Ährenfusarium
gute Eignung als Stoppelweizen oder nach Maisvorfrucht
SU Horizon (Saaten-Union)
in den LSV eine der ertragsstärksten Sorten, als A-Sorte eingetragen
gute Backeigenschaften, aber mit sehr geringem Proteingehalt (BSL-Note 1), deshalb schlecht als A-Weizen zu vermarkten
hohe Fallzahl mit geringer Auswuchsneigung
früh schossender, frühreifer Kompensationstyp
durchschnittliche Winterhärte
gute Standfestigkeit
blattgesund, geringe Anfälligkeit für Mehltau, Blattseptoria, Gelb- & Braunrost
für Spätsaat geeignet
Raps – Unkrautbekämpfung
Anwendung von Clomazone
Die Wettervorhersage für die kommenden 14 Tage rückt die Anwendung von Clomazone gegen Raukenarten in den Bereich des Möglichen, da zum einen Niederschläge als Voraussetzung für die Anwendung von Bodenherbiziden angekündigt werden, zum anderen die Tageshöchsttemperaturen nicht über 25 °C klettern sollen. Somit ist die Anwendung von Clomazone in den Abendstunden möglich und es müssen nur noch die Abstände zu den außerlandwirtschaftlichen Nachbarflächen, sowie die speziell Clomazone-haltige Produkte betreffende Anwendungsbestimmungen beachtet werden.
Abbildung
Zuckerrübe – Cercospora weiterhin kontrollieren
In vielen Regionen Deutschlands setzt die Trockenheit weiterhin den Zuckerrüben mit der Folge von schlafenden Rüben und Blattverlusten zu. Das heiße, aber trockene Wetter bot keine Voraussetzungen für die Ausbreitung von Cercospora, sodass sich der Blattapparat der Rüben aktuell weitgehend gesund präsentiert, auch wenn bisher kaum Fungizide eingesetzt wurden.
Dennoch ist es notwendig, die Bestände weiterhin zu kontrollieren, da wechselhaftes Wetter Ende August und im September mit warmen Temperaturen, wie auch 2018 der Fall, noch zu einer starken Ausbreitung von Cercospora führen kann.
Regen kann nach den Blattverlusten durch Hitze und Trockenheit zu einer Neubildung von Blättern führen, die dann nicht gegen Cercospora geschützt sind. Da wir auf den Ertragszuwachs im Spätsommer und Herbst in diesem Jahr angewiesen sind, muss folglich vor allem, wenn spät gerodet wird, intensiv auf Cercospora und andere Krankheiten geachtet werden.
Sollten günstig Befallsbedingungen vorherrschen, muss in Lagen mit Starkbefall und hohem Resistenzrisiko
Getreide – Beizung
Latitude und Latitude XL
Das Silthiofam im Latitude beziehungsweise Latitude XL ist ein Spezialwirkstoff gegen Schwarzbeinigkeit. Es kommt nicht als Ersatz für eine Brand-, Fusarium- oder Schneeschimmelbeize in Betracht. Der Wirkstoff Silthiofam vermindert den Befall mit Schwarzbeinigkeit an der Wurzel und begünstigt die Wurzelneubildung beziehungsweise Wurzellebensdauer.
Der Einsatz von Silthofam ist vor allem im Weizen beziehungsweise Triticale in engen Getreidefolgen, vor allem im Weizen nach Weizen, bei früher Saat, warmer Herbstwitterung, hohem Anteil an Ausfallgetreide, Queckenbesatz sowie auf Böden mit schlechter Durchwurzelbarkeit interessant. Auch sandige Standorte, schwere tonige Böden und zeitweise staunasse Flächen können das Risiko des Befalls mit Schwarzbeinigkeit erhöhen.
Die Spezialbeize ändert nichts an den pflanzenbaulichen Grundsätzen: Späte Saat, Unterbrechung enger Getreidefolgen, Beseitigung der grünen Brücke (Bekämpfung von Quecken) und eine gute Bodenstruktur bleiben die wichtigsten Maßnahmen gegen Schwarzbeinigkeit. Ohne erkennbares Befallsrisiko ist der Einsatz von Silthiofam pflanzenbaulich schwer zu begründen.
Raps – Herbizide zur Herbstanwendung
Bodenherbizide werden aus der Bodenlösung über Keimling, Wurzeln, Hypokotyl oder aus dem Spritzbelag auf der Bodenoberfläche über das Keimblatt aufgenommen. In jedem Fall ist dazu ausreichend Wasser notwendig, umso mehr, je weniger wasserlöslich der Wirkstoff ist. Durch trockenen Boden ist die Wirkung eingeschränkt.
Um die Wirkung sicherzustellen, muss der Boden ausreichend feucht sein oder nach der Anwendung wenigstens so viel Regen fallen, dass die oberen 3–5 cm des Bodens gut durchfeuchtet werden. Dazu sind auf ausgetrockneter Krume wenigstens 10 mm auf sandigen und bis zu 25 mm auf lehmigen und tonigen Böden notwendig.
Etwa 5–10 mm werden je nach Bodenart und Bodenfeuchte benötigt, damit die Wirkstoffe aktiviert werden. Weitere 5–15 mm sind für eine ausreichende Wirkstoffaufnahme durch die Unkräuter notwendig. Letztere hängt auch von der Kontaktfläche im Boden ab: Je feinkrümeliger und kompakter die Bodenoberfläche ist, desto intensiver ist der Kontakt zwischen Wirkstoff und Unkraut.
Raps – Chemische Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz und Weidelgras
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Raps – Schädlinge im Herbst
Die Erträge der jüngsten Rapsernte sind vielerorts unterdurchschnittlich ausgefallen. Als mögliche Ursache steht insbesondere in Regionen mit hoher Rapsanbaudichte der Rapserdfloh im Fokus. Seit dem Verbot neonicotinoider Beizen ist die Bekämpfung schwieriger geworden. Gleichzeitig können sich Pyrethroid-resistente Populationen leichter ausbreiten.
Im vergangenen Herbst waren die Zuflüge teilweise langanhaltend. Im Frühjahr wurden beim Aufschneiden einzelner Pflanzen teils mehr als zehn Larven gefunden. Entsprechend ist mit einer hohen Zahl adulter Rapserdflöhe zu rechnen. Mit den ersten Nächten unter 10 °C beginnt der Einflug in neu auflaufende Rapsbestände.
Für eine sichere Bestandesetablierung sollte Raps nicht zu spät gesät werden, damit vitale Pflanzen dem Befall besser davonwachsen können. Wird die Schadschwelle von 10 % Blattverlust durch Lochfraß überschritten, können gegen adulte Käfer Pyrethroide eingesetzt werden. Zur Bekämpfung der Larven beziehungsweise zur Verhinderung der Eiablage stehen systemische Wirkstoffe zur Verfügung. Vor dem 4-Blattstadium sollte darauf verzichtet werden, weil noch nicht genügend Blattmasse für eine optimale Wirkstoffverteilung vorhanden ist.
Raps – Herbstdüngung
P- Düngung
im C- Bereich = Nettoentzug der Vorfrucht (Getreide)
Formel = Kornertrag dt/ha x 0,8 kg P2O5 je dt = kg/ha P2O5
z.B. 70 kg/ha P2O5 (Gülle, DAP, NPK, Triplephosphat)
im A/B-Bereich = 100 kg/ha P2O5 (in 3 Jahren max. 30 kg/ha über Entzug)
K-Düngung
im C- Bereich = mindestens K-Aufnahme im Herbst
120 kg/ha K2O (Kornkali, Gülle,NPK)
im A/B- Bereich = 200 kg/ha K2O (Kornkali),
Sandböden = 120 kg/ha K2O im Herbst + 80 kg/ha im Frühjahr
PK-Düngung am besten vor der Saat einarbeiten! Auf schweren Böden muss auch Kali eingearbeitet werden, wenn mit Herbst- und/oder Frühjahrstrockenheit zu rechnen ist.
Bor- Düngung
unter 0,4 ppm: 75 + 300 g/ha Bor (2- + 6-Blattstadium)
unter 0,8 ppm: 150 g/ha Bor ab 6-Blattstadium
Mg (+ S)
im A/B- Bereich (Mg) 15 kg/ha MgO + 12 kg/ha S (300 kg/ha Kornkali)
10 kg/ha Bittersalz zum Überbrücken ab 6-Blatt
Raps – Integrierte Bekämpfung des Rapserdflohs
Die Rapsernte ist noch im Gange, die Erträge fallen teils sehr unterschiedlich aus. Teilweise liegt das an der Witterung (Spätfrost, Trockenheit und Hitze), auf vielen Standorten – vor allem im Osten und Nordosten – aber auch am starken Befall mit Schädlingen (Erdfloh, Stängelschädlinge und Schotenschädlinge). Schotenrüssler und Schotenmücke allein haben teilweise bereits zu Ertragsausfällen von bis zu einer halben Tonne geführt.
In den Gebieten, in denen alle diese Schädlinge aufgetreten sind, erreichen die Erträge kaum 3 t/ha. Das macht deutlich, wie groß das Problem im Raps sein kann.
Auffallend ist auch das starke Aufkommen von Erdflöhen sowie Schotenrüsslern im Erntegut in diesen Regionen. Tatsächlich korreliert sogar die Menge der Schädlinge negativ mit dem Ertrag. Damit in diesen Regionen der Rapsanbau noch erfolgreich bleibt, muss an jeder Stellschraube gedreht werden. Wenn ein Schädling wie zum Beispiel der Erdfloh erfolgreich bekämpft wurde, gibt es noch keine Entwarnung, denn man kann mit den Frühjahrsschädlingen immer noch „Schiffbruch“ erleiden.
Raps – Aussaat
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Alternativen zum Raps
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Getreide – Beizung
Mit dem unsicheren Zulassungstatus von Fludioxonil wird die Beizung im Getreide zur Einzelfallentscheidung. Fludioxonil war und ist noch in vielen Getreidebeizen ein wesentlicher Kontaktwirkstoff gegen auf der Saatgutoberfläche sitzende, samenbürtige Erreger und Auflauf-krankheiten. Die EU-Wirkstoffgenehmigung wurde nach derzeitigem Stand bis zum 30.09.2026 verlängert. In der Praxis müssen deshalb Zulassung, Verfügbarkeit und mögliche Aufbrauchfristen der einzelnen Produkte unmittelbar vor der Beizung geprüft werden.
Die Beizung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen samen- und bodenbürtige Krankheiten. Ist das Saatgut ersteinmal ausgesät, können Brände und frühe Auflaufkrankheiten nicht mehr sicher ausgeschaltet werden. Bei der Mittelwahl muss zuerst geklärt werden, wo der Erreger sitzt und wie die Infektion des Keimlings erfolgt.
Auf der Samenschale sitzende Erreger werden durch Kontaktwirkstoffe erreicht. Zu diesen zählen vor allem Steinbrand, Roggenstängelbrand sowie samenbürtige Fusarien, Microdochium nivale und Septoria nodorum. Im Korn sitzende Erreger werden dagegen nur erfasst, wenn der Wirkstoff in ausreichender Konzentration in das Korn beziehungsweise
Wintergerste – Übersicht mehrzeilige Sorten
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