SBR („Candidatus Arsenoponus phytopathogenicus“ = SBR-Proteobakterium) und Stolbur („Candidatus Phytoplasma solani“ = Stolbur-Phytoplasma) werden durch Zikaden, bei uns in Deutschland vorwiegend durch Schilfglasflügelzikaden, als Vektoren übertragen. Wirtspflanzen sind Zuckerrüben, Kartoffeln aber auch Karotten und Rote Beete. Auch im Wein wurden Stolbur-Erreger nachgewiesen, inzwischen auch im Mais.
Häufig treten beide Erreger, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen, gemeinsam auf. Inzwischen sind die Zuckerrüben- und Kartoffelanbaugebiete in Südhessen, Baden-Württemberg, Franken und Südbayern stark davon betroffen. Des Weiteren auch Sachsen und Sachsen-Anhalt, dort vorwiegend in Weinbaulagen bzw. entlang von Saale und Elbe. Beunruhigend ist, dass die Erreger mittlerweile aber fast in ganz Deutschland nachgewiesen werden können.
Aufgrund der Gefährdungslage hat das BVL auf der Grundlage des Artikels 53 der EU-Pflanzenschutzmittelverordnung für 120 Tage eine Notfallzulassung für verschiedene Insektizide in Zuckerrüben und Kartoffeln erteilt.
Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist aber nur in Hotspotgebieten und Übergangsregionen nach Warndienstaufruf gestattet.
Insektizide mit Notfallzulassung. . .



