Flufenacet (z.B. im Cadou, Fence, Sunfire, Vulkanus bzw. zusammen mit DFF im Herold, Battle Delta, Carpatus u.a.)
- Zellteilungshemmer (Gruppe der Oxyacetamide) mit sehr geringem Resistenzrisiko
- Wirkung ab Keimung, ab 2-Blattstadium der Ungräser nimmt die Wirkung ab
- kein Filmbildner, Walzen nach der Spritzung möglich, Wirkungsverstärkung
- sehr hoher Bodenfeuchtebedarf
- Wirkungsminderung auf tonigen Böden mit geringer Ca-Sättigung (niedriger pH-Wert)
- Prosulfocarb (Boxer) oder Pendimethalin (+ FFA im Malibu) verstärken die Wirkung
- Mischung Herold + Boxer in bereits aufgelaufenen Beständen spätestens 10 Tage vor Frost (höhere Frostempfindlichkeit) spritzen, nicht in Wintergerste
- Vorlage mit FFA im VA /NA (EC 10/11, AFU im 2- bis 3-Blattstadium) verstärkt die Wirkung der später gespritzten ACCase- und ALS-Hemmer
- Kombination mit Pinoxaden/Clodinafop (Nikolausspritzung)
Pendimethalin (Stomp Aqua, Activus, mit FFA im Malibu)
- Hemmung der Mikrotubuli-Organisation Zellteilung wird gestört
- kein Resistenzrisiko (HRAC K1, WSSA 3)
- hoher Bodenfeuchtebedarf, typisches „Schlechtwetterherbizid“, ideal bei Nebel
- Bodenwirkung erfordert guten Bodenschluss, Aufnahme vorwiegend über (Keim-) Wurzel und Keimling, weniger über das Hypokotyl
- bei sehr frühem Einsatz gute Saatgutabdeckung (Keimlingsschutz), deshalb auch Vorsicht mit dem Einwalzen oder Einstriegeln von Pendimethalin nach der Anwendung
- schwache Wirkung gegen Ungräser
- additive Wirkung mit (Chlor- und) Oxyacetamiden wie Flufenacet
- verzögert Abbau von ALS-Hemmern im Ackerfuchsschwanz (z. B. Kombination Traxos + Stomp)
- Blattwirkung gegen Dikotyle durch Störung der Energieübertragung bei der Photosynthese (ähnlich wie z. B.PPGO- Hemmer), setzt sonnige Witterung (6-8 Stunden Sonne) voraus
- Einsatz bis Vegetationsende möglich
- Abstandsauflagen beachten
Prosulfocarb (Boxer, Filon, mit DFF im Jura, mit DFF + Halauxifen im Compola )
- Hemmung des Aufbaus langkettiger Fettsäuren (Wachsschicht), HRAC K3 (früher N), WSSA 15
- Prosulfocarb hat kein Resistenzrisiko!
- Erhöhung der Transpirationsrate, damit werden andere Wirkstoffe besser aufgenommen.
- Prosulfocarb bis spätestens 2-Blattstadium spritzen, sonst steigt das Schadrisiko
- In kontinental geprägten Lagen sollte im Oktober Prosulfocarb nur bis zum Auflaufen gespritzt werden, in maritimen Regionen ist die Spritzung im Oktober auch bis zum 2-Blattstadium möglich.
- spätester Einsatz im Herbst: 3 Wochen vor Vegetationsschluss
- Prosulfocarb in der Wintergerste aus Verträglichkeitsgründen nur im VA spritzen
Aclonifen (Mateno Duo) und Beflubutamid (Beflex)
- Hemmung der Carotinoid-Synthese (Chlorotika Ausbleichen), HRAC F3/1 WSSA 13
- schnelle Wirkung bei nachfolgend sonniger Witterung
- Wirkung über Bodenfilm feinkrümeliger, ebener, abgesetzter, feuchter Boden
- Walzen vor der Anwendung, nach der Spritzung wird Bodenfilm zerstört
- Blattwirkung (früher NA) Windhalm, Trespe, Aclonifen auch gegen AFU
- Wirkung am besten, wenn die Spritzung erfolgt, bevor die Chlorophyllbildung voll einsetzt
- keine Spritzung vor und während einer Frostperiode, spätestens 2 Wochen vor Vegetationsende spritzen
Diflufenikan (DFF im Diflanil, sonst in Kombination mit Gräserherbiziden) oder
Picolinafen (PCL im Picona, Quirinus, Pontos)
- Hemmung der Carotinoidsynthese
- optimale Bodenfilmwirkung durch feinkrümelige, ebene, gut rückverfestigte Bodenoberfläche
- geringes Schadrisiko durch Chlorotika (DFF, PCL) im Auflaufen des Getreides
- Wirkung gegen dikotyle Unkräuter
- bei weiter entwickeltem Getreide (ab 3- bis 4-Blattstadium, gilt auch für BFA und ACF):
- herabgesetzte Winterhärte
- höhere Anfälligkeit für M. nivale und Typhula
- erhöhte Sensibilität für gräserwirksame Sulfonylharnstoffe
- deshalb Aufwandmenge auf 60 g/ha bis maximal 80 g/ha DFF beschränken
- Im NA ist gute Benetzung der Unkrautblätter erforderlich, deshalb feintropfig spritzen.
- keine Spritzung unmittelbar vor (d.h. 1-2 Tage) und während einer Nachtfrostperiode
Chlortoluron (CTU im Lentipur, Toluron bzw. Carmina, Chromet, Trinity)
- Harnstoffderivat, Hemmung der Photosynthese II (HRAC C2 / WSSA 5)
- Wirkung erfordert Bodenfeuchte , Aufnahme über das Hypokotyl
- Walzen vor oder nach der Saat, Wirkung gegen Windhalm, Rispenarten
- unterstützt FFA-Wirkung gegen AFU, Gut wasserlöslich, deshalb Verlagerungsrisiko (Hang- und Dränauflagen)
- Stärkere AFU-Wirkung durch Spritzfolge FFA (+ DFF, VA/NAK) und CTU (EC 12/13)
- Wirkung lässt nach mehrmaliger Anwendung nach, Sortenanfälligkeit beachten (CTU-Liste)
- Erhöhte Mehltauanfälligkeit des Getreides



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