Die Wirkung der Herbizidspritzungen im März war witterungsbedingt vielfach unzureichend. Zudem wurden spät aus tieferen Schichten (Bodenrisse!) auflaufende Unkräuter wie Klettenlabkraut, Disteln und Windenknöterich durch frühe Blattspritzungen nicht erfasst. Bestandeslücken begünstigen die Spätverunkrautung mit flach keimenden Unkräuter nach Trockenperioden, Starkniederschlägen oder Lager.
Um die Konkurrenz und Ernteerschwernis durch hochwachsende Unkrautarten und den Anstieg der Samenbank im Boden zu verhindern, ist eine Bekämpfung dieser Unkräuter im Schossen sinnvoll.
In der Schossphase des Getreides ist die Wirkstoffwahl durch die Zulassung und Kulturverträglichkeit stark eingeschränkt. Eingesetzt werden können überwiegend blattaktive, gegen Dikotyle wirksame Wuchsstoffe (MCPA, Fluroxypyr, Clopyralid, Halauxifen) und ALS-Hemmer wie Tribenuron oder Florasulam. Die Wuchsstoffe zeichnen sich durch eine ausgeprägte Selektivität gegenüber Getreidearten und eine vollsystemische Wirkung in zweikeimblättrigen Pflanzen aus. Dadurch werden die Wuchsstoffe auch in unterirdische Organe (Wurzel, Rhizome) transportiert.
Die den Phenoxycarbonsäuren zugeordneten synthetische Auxine werden in dikotylen Pflanzen unzureichend metabolisiert. . .



