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Getreide – Gräserbehandlung zu Vegetationsbeginn im Frühjahr

Feb. 28, 2023 | Ackerfuchsschwanz, Frühjahr, Gräserherbizide, Grünes Info 2023, Trespe, Weidelgras, Windhalm, Wintergetreide

Die Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz hat auf Problemflächen Priorität, sobald die Temperaturen tagsüber über 8 °C ansteigen. Zu Beginn einer Schönwetterphase (häufig in der 2. Märzwoche*) wirken die Sulfonylharnstoffe gut, wenn die Blätter weich sind und die Luftfeuchtigkeit i.d.R. noch hoch ist und auch der Ackerfuchsschwanz noch nicht so weit entwickelt ist. Nachtfröste bis – 3 °C in dieser Phase beeinträchtigen die Unkrautwirkung nicht, erschweren dem Getreide jedoch den Abbau der Wirkstoffe.

*) Mesosulfuron-, Iodosulfuron- und Propoxycarbazone-haltige Mittel dürfen auf drainierten Schlägen erst ab dem 16. März gespritzt werden. Ab. 16.3. haben folgende Mittel eine Drainauflage: Niantic 500, Pacifica Plus, Atlantis Flex, Husar + Mero.

Gut entwickelte Pflanzen erholen sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Vorsicht ist in frostgeschädigten Beständen geboten. Diese müssen vor der Behandlung mindestens ein neu gebildetes Blatt als Indiz für einen intakten Vegetationskegel aufweisen.

Trespen bilden seit Jahren das Problemunkraut Nummer 1 auf vielen Schlägen. Ursachen sind häufige, nicht wendende oder minimale Bodenbearbeitung, langes Tolerieren des Anfangsbefalls, zu spätes Erkennen und Bekämpfen, nachdem keimfähige Samen bereits ausgefallen sind. Die Bekämpfung von Trespen muss so früh wie möglich, spätestens zu Schossbeginn der Trespen erfolgen. Spritzfolgen mit FFA im Herbst und ALS- Hemmer im Frühjahr sind sicherer in der Wirkung und i.d.R. auch verträglich.

Eine ungenügende Wirkung der Herbizide gegen Trespe ist in vielen Fällen auf Anwendungsfehler zurückzuführen. ALS-Resistenzen sind in Deutschland bislang in wenigen Fällen aufgetreten. FOP-/DEN-Mittel, die einen Safener enthalten, wie z.B. Axial, Traxos oder Sword, haben keine Wirkung gegen Trespen.

Die Bekämpfung von Weidelgräsern wird dagegen zunehmend durch das Auftreten FOP- und ALS-resistenter Pflanzen erschwert. Welsches Weidelgras ist davon stärker betroffen als Deutsches Weidelgras. Die im Getreide eingesetzten Herbizide wirken – wenn überhaupt – nur mit vollen Aufwandmengen. Bislang wird die beste Wirkung durch FFA im Herbst mit nachfolgender CTU-Spritzung erzielt.

Die Windhalmresistenz ist in Ostdeutschland und Hessen am stärksten ausgeprägt und betrifft Sulfonylharnstoffe stärker als ACCase-Hemmer (FOP-/DEN-/DIM-Mittel). Die Bekämpfung sollte daher im Idealfall möglichst im Herbst mit Bodenherbiziden (FFA, Flumioxazin, CTU, Beflubutamid) erfolgen. Die alleinige Frühjahrsbehandlungen gegen Windhalm steht überwiegend in Spätsaaten an, in denen der Besatz vorfruchtbedingt meist gering ist.

Die Zumischung Tebuconazol-haltiger Fungizide verzögert den Wirkstoffabbau der Gräsermittel durch Hemmung der Cyt-Monoxygenase. Der Effekt wird bereits durch 75 g/ha Tebuconazol erzielt. In unseren Versuchen wurde dadurch die Wirkung von Mesosulfuron um 1 bis 4 % verbessert. Das hört sich nach nur wenig an, bedeutet aber bei 500 AFU-Ähren je m² 5 bis 20 Ähren je m² weniger.

Pronto plus (130 g/l) bzw. Folicur (250 g/l Tebuconazol) sind ab EC 25 bzw. 5 Bestockungstrieben je Pflanze im Frühjahr gegen Mehltau und Braunrost zugelassen.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.