Die Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz hat auf Problemflächen Priorität, sobald die Temperaturen tagsüber über 8 °C ansteigen. Zu Beginn einer Schönwetterphase (häufig in der 2. Märzwoche*) wirken die Sulfonylharnstoffe gut, wenn die Blätter weich sind und die Luftfeuchtigkeit i.d.R. noch hoch ist und auch der Ackerfuchsschwanz noch nicht so weit entwickelt ist. Nachtfröste bis – 3 °C in dieser Phase beeinträchtigen die Unkrautwirkung nicht, erschweren dem Getreide jedoch den Abbau der Wirkstoffe.
*) Mesosulfuron-, Iodosulfuron- und Propoxycarbazone-haltige Mittel dürfen auf drainierten Schlägen erst ab dem 16. März gespritzt werden. Ab. 16.3. haben folgende Mittel eine Drainauflage: Niantic 500, Pacifica Plus, Atlantis Flex, Husar + Mero.
Gut entwickelte Pflanzen erholen sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Vorsicht ist in frostgeschädigten Beständen geboten. Diese müssen vor der Behandlung mindestens ein neu gebildetes Blatt als Indiz für einen intakten Vegetationskegel aufweisen.
Trespen bilden seit Jahren das Problemunkraut Nummer 1 auf vielen Schlägen. Ursachen sind häufige, nicht wendende oder minimale Bodenbearbeitung, langes Tolerieren des Anfangsbefalls, zu spätes Erkennen und Bekämpfen, nachdem keimfähige Samen bereits ausgefallen sind. Die Bekämpfung von Trespen muss so früh wie möglich, spätestens zu Schossbeginn der Trespen erfolgen. Spritzfolgen mit FFA im Herbst und ALS- Hemmer im Frühjahr sind sicherer in der Wirkung und i.d.R. auch verträglich.
Eine ungenügende Wirkung der Herbizide gegen Trespe ist in vielen Fällen auf Anwendungsfehler zurückzuführen. ALS-Resistenzen sind in Deutschland bislang in wenigen Fällen aufgetreten. FOP-/DEN-Mittel, die einen Safener enthalten, wie z.B. Axial, Traxos oder Sword, haben keine Wirkung gegen Trespen.
Die Bekämpfung von Weidelgräsern wird dagegen zunehmend durch das Auftreten FOP- und ALS-resistenter Pflanzen erschwert. Welsches Weidelgras ist davon stärker betroffen als Deutsches Weidelgras. Die im Getreide eingesetzten Herbizide wirken – wenn überhaupt – nur mit vollen Aufwandmengen. Bislang wird die beste Wirkung durch FFA im Herbst mit nachfolgender CTU-Spritzung erzielt.
Die Windhalmresistenz ist in Ostdeutschland und Hessen am stärksten ausgeprägt und betrifft Sulfonylharnstoffe stärker als ACCase-Hemmer (FOP-/DEN-/DIM-Mittel). Die Bekämpfung sollte daher im Idealfall möglichst im Herbst mit Bodenherbiziden (FFA, Flumioxazin, CTU, Beflubutamid) erfolgen. Die alleinige Frühjahrsbehandlungen gegen Windhalm steht überwiegend in Spätsaaten an, in denen der Besatz vorfruchtbedingt meist gering ist.
Die Zumischung Tebuconazol-haltiger Fungizide verzögert den Wirkstoffabbau der Gräsermittel durch Hemmung der Cyt-Monoxygenase. Der Effekt wird bereits durch 75 g/ha Tebuconazol erzielt. In unseren Versuchen wurde dadurch die Wirkung von Mesosulfuron um 1 bis 4 % verbessert. Das hört sich nach nur wenig an, bedeutet aber bei 500 AFU-Ähren je m² 5 bis 20 Ähren je m² weniger.
Pronto plus (130 g/l) bzw. Folicur (250 g/l Tebuconazol) sind ab EC 25 bzw. 5 Bestockungstrieben je Pflanze im Frühjahr gegen Mehltau und Braunrost zugelassen.







