Blattläuse werden in frühen Entwicklungsstadien des Getreides durch Pyrethroide (z.B. Decis forte, Karate Zeon, Mavrik Vita (Nützling schonend), Nexide, Sumicidin) noch erfasst. Pyrethroide wirken nicht mehr gegen die Grüne Pfirsichblattlaus.
Pyrethroide sind reine Kontaktmittel und können deshalb durch direkte Kontamination der Schaderreger mit dem Wirkstoff auf den getroffenen Organen eine Wirkung entfalten. Auf der Blattunterseite versteckt sitzende Blattläuse werden durch Pyrethroide nicht erfasst.
Die Wirkungsdauer der Pyrethroide (4-6 Tage) wird vor allem bei hoher UV-Strahlung um 3 bis 4 Tage durch die Zugabe von Additiven mit Haftwirkung (z. B. Adhäsit, Bond, Designer) und bessere Einbettung der Wirkstoffe in die Wachsschicht verlängert.
Pirimor Granulat (Pirimicarb), das durch die Dampfphase auch versteckt sitzende Blattläuse ausräumte, ist nicht mehr zugelassen, Pirimor G mit verschärften Auflagen erst ab EC 39.
Teppeki (Flonicamid) hat eine systemische Wirkung gegen Blattläuse von 4 Wochen. Andere Insekten werden durch das Teppeki (140g/ha) nicht bekämpft. Aufgrund der systemischen Verteilung werden auch versteckt sitzende Blattläuse auf der Blattunterseite erfasst. Die Wirkung setzt erst ein, wenn sich der Wirkstoff in den Pflanzen verteilt hat. Als Granulat muss das Teppeki zuerst in die Spritzbrühe gegeben werden.
Zikaden haben im Vergleich zur Körpergröße eine geringe Kontaktfläche mit der Blattoberfläche. Dadurch reicht die Aufnahme von Pyrethroiden als Kontaktwirkstoff über das Blatt für eine sichere Bekämpfung nicht aus. Wenn die Zikaden direkt getroffen werden, ist eine ausreichende Wirkung zu erwarten. Damit ist der mögliche Bekämpfungszeitraum auf die Nachmittagsstunden beschränkt, wenn die Zikaden aktiv sind. Durch Haftmittel wie Adhäsit, Boden oder Designer wird die Wirkung verstärkt.
Zikaden wandern von nicht regelmäßig gemähten Grünflächen aus in den Schlag ein. Auf den ersten 50 m ist die Gefährdung am stärksten und lässt mit zunehmender Entfernung stark nach. Oft reicht eine frühzeitige Bekämpfung auf dem Vorgewende bzw. in den ersten beiden Fahrgassen neben einer Grünfläche aus.
Schwellenwerte für Blattläuse als Vektoren – abhängig von der Beladung der Blattläuse mit Virosen: 5% der Pflanzen (1 von 20) mit Blattläusen, wenn 10 % der Blattläuse mit Virus beladen sind, bzw. 20 % bei einer Beladung von weniger als 2 %.
Für Zikaden gibt es keine Schwellenwerte, da kein Mittel gegen Zikaden zugelassen ist. Wenn mit jedem Schritt im Schlag mit aufgelaufenem Getreide Zikaden hochspringen werden, ist mit einer stärkeren Belastung durch Zikaden zu rechnen.
Laufkäfer: Stark gefährdet ist pfluglos bestellter Weizen, vor allem aber Stoppelweizen. Getreideschläge sollten ab dem Auflaufen in den Abendstunden kontrolliert werden: Blattfraß, zu Knäuel zusammengeknüllte Pflanzenreste, mit Rippen neben bleistiftdicken Röhren, die bis zu 30 cm in den Boden hineinreichen, sind ein Hinweis auf Laufkäfer. Diese treten bevorzugt am Schlagrand auf, sind aber auch mitten im Schlag zu beobachten. Ein Besatz mit Laufkäfern kann sich über Jahre aufbauen. Flächenweise sind Totalausfälle möglich.
Bekämpfung von Laufkäfern: An zwei milden Abenden nacheinander Pyrethroide (100 %) + Oleo bzw. Haftmittel spritzen, um die Käfer möglichst direkt zu treffen. Die Käfer werden erst gegen Abend aktiv.
Fritfliegen waren im Mais in diesem Frühjahr infolge der Kälte weniger häufiger zu finden. In nachfolgenden und benachbarten Getreidebeständen ist mit einem geringeren Befallsrisiko zu rechnen. Trotzdem sollten die aufgelaufenen Bestände kontrolliert werden.
Insektizidspritzung im Herbst (nach Kontrolle des Zufluges bzw. der Einwanderung) EC 11: Laufkäfer, Fritfliegen, früher Zuflug von Blattläusen (mit Herbiziden)
EC 13/21: Blattläuse und Zikaden bei anhaltend milden Temperaturen (ab 20. 10.)







