Sommergerste kann im Frühjahrsanbau Temperaturen bis – 8 °C und auch darunter aushalten. Seit einigen Jahren laufen auch in Deutschland Versuche mit dem Anbau von Sommergerste im Herbst. Im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass Temperaturen unter – 8 °C der Sommergerste im Herbstanbau stark zusetzen. Die Sorte Lexy war am wenigsten stark von Auswinterung betroffen.
Das Ziel des Herbstanbaus von Sommergerste ist:
- eine bessere Ausnutzung der Winterfeuchte für die Ertragsbildung. Daraus resultiert ein stabilerer Ertragsaufbau und höhere (Vollgersten-) Erträge als beim Frühjahrsanbau, besonders bei mehrwöchiger Frühjahrstrockenheit. Im direkten Vergleich waren die Erträge des Herbstanbaus in den letzten Jahren um 8 bis 15 dt/ha höher als im Frühjahrsanbau. Auch die Proteingehalte waren in Frühjahrssaaten teilweise geringer.
- durch die späte Aussaat geringere Probleme mit Verzwergungsvirosen.
- die in Betracht kommenden Sorten sind zwar als weniger krankheitsanfällig und auch standfester als die aktuellen Winterbraugerstensorten eingestuft. Allerdings sind sie im Herbstanbau anfälliger für Rhynchosporium.
- Insgesamt ist der N-Bedarf der im Herbst gesäten Sommergerste geringer als bei der Winterbraugerste.
- Soweit sie nicht durch Auswinterung betroffen waren, schnitten die Sommergersten im Herbstanbau im vergangenen Jahr ähnlich gut wie Winterbraugerstensorten ab.
Welche Sommergersten-Sorten kommen für den Herbstanbau in Betracht?
Bei guter Abhärtung im Herbst konnten die in Betracht kommenden Sorten (z.B. Amidala, Leandra, Lexy, RGT Planet), ab Ende Oktober bis Mitte November gesät, Frostsummen (Minimaltemperaturen über 4 Tage aufsummiert) bis – 40 °C aushalten.







