Loading...

Fusarien – Risiko bislang gering, trotzdem Sporenfallen aufstellen

Mai 25, 2023 | Fungizide, Getreidekrankheiten, Grünes Info 2023, Sommer, Sorten, Triticale, Wetter und Entwicklung, Winterweizen

Die Temperaturen waren in den letzten Wochen zu niedrig, um das Heranreifen der Sporen von Fusarium graminearum zu begünstigen. Deshalb ist in den kommenden 10 Tagen nicht mit direkten, das heißt vom Inokulum auf dem Boden ausgehenden Fusarien-Infektionen zu rechnen. Trotzdem bitten wir die Betriebe, die sich mit Sporenfallen ausgerüstet haben, in den nächsten Tagen mit den regelmäßigen Untersuchungen zu beginnen.

Zur Verbesserung der Sporenfängigkeit werden die Sporenfallen über Resten von Mais-Stroh oder Getreidestoppeln aufgestellt. Die uns übermittelten Ergebnisse können Sie kurzfristig als Infobeitrag inder Homepage nachlesen.

Anders sieht es mit der Infektionslage durch M. nivale oder F. culmorum aus. Beide Erreger sind häufiger am Halmgrund bzw. auch auf den Blättern zu finden. Sporen dieser Erreger sind bis auf F-1 in einer allerdings geringen Dichte nachzuweisen. Regen lässt die Sporen auf das Fahnenblatt hochspritzen, wo sie sich im Bereich der Ligula ansammeln. Die Ähren werden beim Durchschieben durch die Ligula infiziert. Um das zu verhindern, bietet sich an, die Fahnenblattspritzung erst vorzunehmen, wenn die Fahnenblätter voll erschienen sind, um die Wirkstoffe (vor allem Prothioconazol) im Bereich der Ligula zu platzieren.

Halten Sie die Nase in die Luft – Fusarien können Sie riechen!

Im Übrigen können Sie mit der Nase feststellen, wann und wo Fusarien sporulieren: Wenn nach einem Regenschauer der Geruch eines altes Kartoffelkellers in der Luft liegt, ist das typisch für die Fusarien-Sporulation.

Wann ist mit Fusarien zu rechnen?

Aufgrund der derzeitigen Wetterlage und Wetterprognosen ist bundesweit trotz der ansteigenden Temperaturen bis 2. Juni selbst in Südbayern nicht mit einer Fusarieninfektion zu rechnen. Das kann sich ändern, wenn jeden Tag Gewitterniederschläge fallen und die Ähren bis in den Nachmittag hinein nass bleiben. Ein einmaliges Gewitter reicht nicht aus, um eine Infektion in Gang zu setzen.

In frühen Weizenbeständen, die um den 24. Mai zu blühen beginnen, ist deshalb das Risiko einer direkten Fusarieninfektion gering. Zumal aufgrund der insgesamt guten Wasserversorgung und inzwischen ausreichenden Strahlung nicht mit einem verstärkten Blütenabort zu rechnen ist.

Die Empfindlichkeit der Ähre für Fusarien-Infektionen steigt mit der Anzahl der nicht befruchteten Blüten: Fusarien setzen sich in erster Linie auf den abgeblühten Staubbeuteln und nicht befruchteten Blüten fest, um von dort aus in die Blütennarbe und Spindeln einzudringen.

Stärker gefährdet sind deshalb Sorten, die eine Vielzahl von Blüten bilden, von denen ein Großteil nicht befruchtet wird. Die Befallsgefährdung ist am höchsten, wenn die gerade abgeblühten Staubbeutel aus den Spelzen geschoben werden und damit die Sporen durch die geöffnete Spelze eindringen können.

Die Befallslage in späten Weizenbeständen, die nach dem 2. Juni blühen, hängt vom weiteren Witterungverlauf ab. Fusarien-Infektionen werden ausgelöst, wenn in die Weizenblüte hinein warmer Regen fällt und danach die Bestände wenigstens einen halben Tag lang nicht abtrocknen.

Bei Temperaturen über 18 °C tritt F. graminearum auf, vor allem wenn Maisstroh auf der Bodenoberfläche zu finden ist oder nicht verrottetes Maisstroh hochgepflügt wurde.

Befall durch F. graminearum ist insbesondere nach (Körner-) Mais bzw. bei Mais in der Fruchtfolge zu erwarten.

Bei eher kühlem Wetter (Temperaturen zwischen 15 und 20 °C) und Regen ist mit Ährenbefall durch F. culmorum und M. nivale zu rechnen.

  • im Weizen nach Weizen, der im Vorjahr bereits mit diesen Erregern belastet war,
  • wenn Ernterückstände an der Bodenoberfläche bzw. in der Wurzelzone verblieben sind,
  • wenn mit Fusarien belastetes Saatgut ausgesät wurde, auch wenn das Saatgut gegen Fusarien gebeizt wurde,
  • wenn Fusarien an der Halmbasis zu finden sind und das Mycel von F. culmorum systemisch in den Pflanzen bis in die Ähre hochwächst oder der Pilz über die Blätter hochspringt,
  • im angrenzenden Bereich von Schlägen (bis 300 m Abstand), die im Vorjahr mit Fusarien befallen waren.

Bekämpfung von Fusarien

Der Bekämpfungserfolg von Fusarien in der Ähre ist mehr vom Termin der Behandlung als von der Mittelwahl abhängig. Die stärkste Befalls- und Toxinreduktion wurde in den Vorjahren mit der Kombination von Prothioconazol Metconazol + Tebuconazol erzielt. Durch die Kombination wirdder Bekämpfungszeitraum auf 2 Tagen vor und 2 Tage nach der Infektion erweitert.

  • Die Behandlung muss innerhalb von zwei Tagen nach mindestens 10 mm Regen + nachfolgend anhaltender Ährennässe erfolgen, um die Infektion zu stoppen, bevor die Toxinbildung einsetzt. Im abgestorbenen Gewebe kommen die Fungizide nicht zur Wirkung.
  • Mit einer Behandlung können neue Infektionen 2 – 3 Tage lang unterbunden werden. Insgesamt kann durch eine Behandlung ein Befallszeitraum von knapp 1 Woche abgedeckt werden.
  • Wenn nach der Behandlung 4 – 5 Tage lang Dauerregen fällt, ist deshalb bei hohem Befallsdruck u.U. eine zweite Behandlung notwendig.

Zur Bekämpfung der Fusarien ist eine hohe Wirkstoffkonzentration im Ährenbereich erforderlich. Bei üblichem Spritzbrühen-Aufwand von 180 – 200 l/ha sind in der Kombination 125 g/ha Prothioconazol + 75 g/ha Tebuconazol + 25 g/ha Metconazol notwendig. Durch den Zusatz eines Spreitmittels (Breakt thru, Silwet Gold, Karibu) gelangen die Azole leichter in die Spelzen.

Wird der Spritzbrühen-Aufwand auf 100 bis 120 l/ha herabgesetzt, verdoppelt sich die Konzentration der Wirkstoffe in der Spritzbrühe, zudem verbleibt ein höherer Anteil der Spritzbrühe im oberen Halmbereich. Das gilt vor allem, wenn die Ausbringung mit hoher Geschwindigkeit erfolgt: Bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 5 km/h und 200 l/ha dringt der Spritzstrahl in einem Winkel von etwa 75 bis 80 ° tiefer in den Bestand ein, bei 10 km/h nur noch in einem Winkel von 45 – 60 °. Damit gelangt mehr Wirkstoff auf die oberen Blätter und auf die Ähre. Von Vorteil sind Doppelflachstrahldüsen, die hinten und vorne eine Bohrung haben. Diese sind allerdings stärker windanfällig. Wenn Sie vorhaben die Ährenbehandlung mit höherer Geschwindigkeit durchzuführen, ist es angebracht, die Unterseite von Schlepper und Spritze mit einer Plane zu verkleiden, um Ährenbeschädigungen durch das Anschlagen zu vermeiden.

Bekämpfungszeitraum

Beginnt der Weizen die ersten Staubbeutel zwischen dem 25. Mai und 02. Juni zu schieben, ist das Risiko für einen Starkbefall mit Fusarien eher gering. In diesem Zeitraum werden kaum Niederschläge angekündigt. Auch die Gewitterneigung ist aufgrund der nicht allzu hohen Temperaturen gering.

Das kann sich ab Anfang Juni ändern. In den späten Weizenbeständen, die ab Anfang Juni blühen, muss das Fusarienrisiko berücksichtigt werden, insbesondere in Bestände, die an der Halmbasis bereits Fusarien-Symptome erkennen lassen.

Schema zur Beurteilung der aktuellen Gefährdung durch Fusarien

  • Mehr als 30 % Verbräunungen der Halmbasis mit Fusarien: Konidiosporen von F.culmorum (+ M. nivale) können über die Blattetagen ungehindert in die Ähren wandern, wenn vorher keine dagegen wirksamen Fungizide (Prothioconazol, Prochloraz (Aufbrauchfrist abgelaufen), Metconazol, Tebuconazol) gespritzt wurden, die eine Ansiedelung auf den Blättern insbesondere auf der Ligula verhindern,
  • Maisstoppeln auf der Bodenoberfläche oder Ernterückstände von Weizen, der im Vorjahr mit Fusarien befallen war,
  • wenn bei Temperaturen zwischen 15 und 18 °C (F. culmorum, M. nivale) bzw. über 18 bis 27 °C (F. graminearum) einen Tag lang Regen fällt und die Ähren tagsüber bei Licht mindestens 8 Stunden lang nicht abtrocknen,
  • wenn der Weizen/Triticale mit dem Ährenschieben begonnen hat.

Hauptgefährdungsstadium:

  • 50 % der Ähren sind geschoben,
  • die ersten Staubbeutel in den mittleren Ährchen erscheinen.

Treffen 3 dieser 4 Punkte zu, raten wir zu einer Fusarienbehandlung in der Blüte.

Link zur kompletten PDF

Neueste Infobeiträge

Test Kostenlose Infos

Test Kostenlose Infos

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis,

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.