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Frühe Kürzung und frühe Bekämpfung von Krankheiten notwendig?

März 16, 2023 | Blattdüngung, Fungizide, Getreidekrankheiten, Grünes Info 2023, Mikronährstoffe, Triticale, Wachstumsregler, Wintergerste, Wintergetreide, Winterroggen, Winterweizen

Die winterlichen Verhältnisse der letzten Wochen bewirkten, dass der Vorsprung der vegetativen Entwicklung gegenüber der generativen (Ähren-) Entwicklung in den früh bestellten Wintergetreidearten geschrumpft ist. Hohe Temperaturen im Oktober bis Mitte November und zwischen Weihnachten und Mitte Januar mit meist ausreichender Strahlung trieben Blattwachstum und Bestockung der Getreidebestände auf allen Standorten stark voran. Die Ausbildung der Ertragsanlagen (= generative Entwicklung) wurde durch den Vernalisationsanspruch und die geringe Tageslänge noch zurückgehalten.

Inzwischen ist der Vernalisationsbedarf selbst stark vernalisationsbedürftiger Weizensorten auch im Rheinland mit Temperaturen zwischen 0 und 10 °C am Tage an über 45 Tagen mehr als ausreichend erfüllt, so dass die Entwicklung der Ährenanlage mit zunehmendem Langtag schnell in Gang kommt und das Schossen der Bestände frühzeitig einsetzen wird.

In den Beständen ist dies daran zu erkennen, dass sich die Halme aufrichten, wo das Saatgut zu eng, also in Häufchen abgelegt wurde.

Intensive Vernalisation erfordert vollen Gräserherbizidaufwand

Die intensive Vernalisation bewirkt eine Zunahme des Gibberellin-Pegels in den Pflanzen, dadurch wird das Schossen früh eingeleitet. Gleichzeitig ist mit einem Anstieg der Cytochrom-Monooxygenasen (cyt-MOG) zu rechnen, die für den Abbau von ALS-Hemmern (z.B. Mesosulfuron oder Pyroxsulam) und ACCase-Hemmern (z.B. Pinoxaden, Clodinafop) im Getreide aber auch in den Ungräsern verantwortlich ist und damit deren Wirkung herabsetzt. Aus diesem Grund ist eine Reduktion des Herbizidaufwandes in diesem Frühjahr nicht zu empfehlen.

Soweit zur Bekämpfung von Krankheiten erforderlich, kann durch die Zumischung von 100 g/ha Tebuconazol der Abbau der Herbizide verlangsamt und damit deren Wirkung um 3 bis 5 % Wirkungsgrad verbessert werden. Diese Kombination sollte nicht unmittelbar vor einer Kaltphase gespritzt werden.

Massiver Mehltaubefall in frühen Beständen, erster Gelbrostbefall gemeldet

Die milden Temperaturen + Niederschläge im Oktober begünstigten fast überall den Mehltaubefall in den vor dem 20.10. aufgelaufenen Beständen. Die Pusteln sind meist verbräunt oder haben schwarze Kleistothezien (Dauerkörper) gebildet. In Infektionsbegünstigten Lagen hat die milde Witterung um den 17.02. dazu geführt, dass erste frische weiße Mehltaupusteln gebildet wurden. Bis zum Wochenende vor dem 20. März wird frischer Mehltau verbreitet zu finden sein.

Zwergrost ist gelegentlich in der frühen Gerste (Feldaufgang vor dem 05.10.) zu finden, Braunrost in frühgesäten, rostanfälligen Roggensorten.

Bekämpfung: wenn erste weiße Mehlpusteln bzw. Rostpusteln auf dem 3. Blatt von oben auf mehr als der Hälfte der Pflanzen zu finden sind.

Zu Beginn der letzten Woche waren erste Gelbrost-Nester zu entdecken. Nasskalte Witterung begünstigt den Befall, der durch Wind oder gar Sturm großflächig verbreitet wird. Eine intensive Kontrolle der Schläge ist angebracht.

Bekämpfung: wenn erste Gelbrostnester in geschützten Lagen (bei nasskühlem, windigem Wetter) auftreten.

Septoria tritici ist im früh aufgelaufenen Winterweizen, auch im Roggen zu finden. Der Befall hält sich aber in Grenzen, so dass in den meisten Fällen eine gezielte Bekämpfung erst ab dem Erscheinen des viertletzten Blattes bzw. EC 32 erforderlich sein wird.

Symptome von Halmbasiskrankheiten treten vielerorts nur an zu tief und in Häufchen abgelegten Getreidepflanzen auf. Im Westen ist jedoch ein zum Teil massiver Befall in Mulchsaaten im Weizen und der Wintergerste nach Getreidevorfrucht zu finden. Der Befall mit Pseudocercosporella begann um den 17.12., sodass eine gezielte Bekämpfung ab dem 10.04. ins Auge gefasst werden muss, wenn die Symptome auf die 3. Blattscheide von außen durchgedrungen sind.

Anders sieht es mit Rhizoctonia aus, die Anfang Oktober gute Befallsbedingungen vorfand. In diesem Fall sind jetzt bereits scharf abgegrenzte Augenflecken auf den Blattscheiden zu erkennen, die bereits auf die 2.Blattscheide durchgehen. Die Bekämpfung mit Prothioconazol muss erfolgen, sobald Symptome auf der 3. Blattscheide zu erkennen sind.

Bekämpfung: 20 % kräftige Triebe mit Halmbasissymptomen, die auf das 3. Blatt durchgehen.

Während F. culmorum auch aufgrund des Witterungsverlaufes im Herbst bislang kaum in Erscheinung trat, ist Schneeschimmel-Gespinst, hervorgerufen durch M. nivale, vor allem in früh gesätem Futterroggen in größerem Ausmaß aufgetreten. Auch in der frühen Wintergerste zeichnet sich stärkerer Befall ab. Um zu vermeiden, dass die „Sporensoße“ von den Blättern in die Blattscheiden gelangt und dort Halmbasisinfektionen hervorruft, ist eine frühzeitige Behandlung mit Prothioconazol (+ Spiroxamine) angebracht, wenn mehr als 30 % der Halme von Gerste und Roggen bzw. Weizen nach Getreide als Vorfrucht Nivale-Flecken auf den Blättern erkennen lassen .

Früher Weizen kurz vor dem Schossen

Der bis Anfang Oktober aufgelaufene Weizen, vor allem kurztagsorientierte Sorten wie Chevignon, Complice oder Sorten mit früher Schossneigung dürften ab dem 25. März schossen und dann bereits Triebe zurücksetzen. Die Triebreduktion fällt umso stärker aus, wenn der Weizen im Herbst und Winter unter Manganmangel litt.

Wenn der 1. Knoten dieser Sorten sich bereits vom Bestockungsknoten abhebt und die Einzelpflanze kaum schwache Nebentriebe mit maximal 2 Blättern aufweist, ist es angebracht,

  • die Anschlussdüngung vorzuziehen, wenn zum Starten nicht mehr als 100 kg N inkl. Nmin (bis 30 cm) gegeben wurden.
  • 0,5 – 1,5 l/ha CCC in Kombination mit 2,0 kg/ha Mn-Sulfat bzw. Mn-Nitrat,
  • bzw. 0,3 l/ha CCC + 0,5 l/ha Mn-Chelat + Gräserbekämpfung zu spritzen.
  • bei ersten weißen Mehltaupusteln: + 0,3 l/ha Flexity oder 0,2 l/ha Talius bzw. bei stärkerem Mehltaubefall 0,48 Vegas plus (Spiroxamine + Cyflufenamid) bei stärkerem Mehltaubefall

Manganmangel verhindert den Abbau der infolge der Wärme im Oktober im Überschuss produzierten Auxine. Wenn im Herbst Mangan (+ Kupfer + Bor) gespritzt wurde, sehen die Bestände wesentlich besser aus.

In diesen Beständen (früh gesäte, frühe Sorten) muss das Augenmerk auf den Trieberhalt und die Absicherung der Ährenausbildung gelegt werden. Durch den frühen Einsatz von Gibberellin-Hemmern (CCC, Trinexapac) wird die weitere Entwicklung gebremst, um fehlende Ähren durch mehr Spindelstufen, vor allem durch eine bessere Bekörnung der Ährchen auszugleichen.

Lief der Weizen erst Mitte Oktober auf, entwickelte er sich im kürzeren Tag noch recht gut und dürfte ab dem 10.April mit der Triebreduktion beginnen. In diesen Beständen kann auch nach einer knappen N-Andüngung mit der 2. N-Gabe (KAS, AHL) gewartet werden, bis die Reduktion der im Übermaß angelegten Seitentriebe in Gang kommt. Das dürfte ab Mitte April der Fall sein. Harnstoff mit Urease-Hemmer kann ab dem 1. April nachgedüngt werden.

Selbst die im Dezember aufgelaufenen Weizenbestände haben mit der Bestockung begonnen und werden bis zum 25. März das Doppelring-Stadium erreichen. Die Nachdüngung sollte, falls die 1. Gabe verhalten (unter 80 kg/ha N inkl. Nmin bis 30 cm) ausfiel, auch als KAS umgehend erfolgen, um die notwendige Bestandesdichte abzusichern.

Wurden diese Bestände stark (über 100 kg/ha N inkl. Nmin bis 30 cm) angedüngt bzw. haben diese bis Mitte März mehr als 600 kräftige Triebe (4 grüne Blätter) gebildet, ist es besser mit der Nachdüngung mit KAS bzw. AHL zu warten, bis die Ähre im Halm etwa 1 cm lang geworden ist. Das wird in diesen Beständen ab dem 20. April der Fall sein.

Harnstoff mit Urease-Hemmer kann 10 Tage vorher gedüngt werden.

Wintergerste

Im Vergleich zum gleichzeitig gesäten Weizen ist der Entwicklungsvorsprung der Gerste und des Roggens wesentlich geringer. Die Mehrzahl der Gerstenbestände, die bis Ende September aufgelaufen waren, dürften um den 25. März das Stadium EC 31 (1-Knotenstadium) erreichen, um dann schon 1 Woche bis 10 Tage später das 4.-letzte Blatt zu schieben. Diese Bestände werden das 2-Knoten-Stadium bis zum 5. April erreichen und um den 15. April das vorletzte Blatt (F-1) schieben.

Mit dem Fahnenblatt (EC 37) der Wintergerste ist etwa ab 20. April zu rechnen, in begünstigten Lagen wird die Gerste noch im April die Grannen spitzen.

Mit dem Abschluss der Ährchenanlage ist ab Anfang April zu rechnen, die „Große Periode“, d.h. das Strecken der Ähre, ist ab dem 8. April zu erwarten.

In Gerstenbestände, die vor dem 15. Oktober aufgelaufen waren, wurden im frühen Herbst Mehltau, verbreitet auch Netzflecken und Ramularia (braune Streifen in den Blattadern ohne Netzbildung wie durch Netzflecken) gefunden. Die Witterung im November und Dezember und in den letzten drei Wochen begünstigte den Befall mit M. nivale und Rhynchosporium.

Zur Absicherung der Bestandesdichte und um die Leitbahnen intakt zu halten, ist eine frühe Bekämpfung der Krankheiten innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach dem Durchgrünen der Bestände angebracht, wenn

  • neue Mehltaupusteln auf mehr als der Hälfte der Pflanze auf dem dritten voll entfalteten Blatt von oben zu erkennen sind,
  • bzw. Netzflecken oder Rhynchosporium auf dem 4. Blatt an jeder 3. Pflanze zu beobachten sind,
  • Nivale-Blattflecken (ähnlich Symptome wie durch S. tritici) auf 20 % der Pflanzen zu finden sind,
  • oder mehr als 30 % der kräftigen Triebe Halmbasisverbräunungen aufweisen, die bis auf das dritten Blatt vorgedrungen sind.

Mehltau und Krankheiten an der Halmbasis, meist M. nivale, sollten frühzeitig bekämpft werden, weil sie später nicht mehr vollständig ausgeräumt werden können.

Insbesondere in der Gerste, aber auch in den anderen Wintergetreidearten sollte der Krankheitsdruck nach Winter besser früh, also noch in EC 25 bis 27, herausgenommen werden, als später in EC 29/31, wenn die Triebreduktion erfolgen sollte. Durch die Bekämpfung in EC 29 bis 31 werden schwache, kranke Nebentriebe am Leben gehalten, die erst zur Konkurrenz im Bestand beitragen, das Mikroklima verschärfen und das Krankheitsrisiko für die kräftigen, produktiven Triebe verstärken.

Winterroggen

Der frühe Roggen wird EC 31 ab dem 20. März erreichen. Die generative Entwicklung des Roggens ist um 1 Woche weiter vorangeschritten als in normalen Jahren. Dieser Roggen wird die Ährenanlage ab dem 4. April abschließen und in der Osterwoche die Ähre im Halm strecken.

Der bis 25. September gesäte Roggen ist weniger stark als die Gerste mit Mehltau und Braunrost befallen. Nach Roggen als Vorfrucht ist regelmäßig M. nivale, seltener Rhynchosporium zu finden. Eine erste Fungizidbehandlung dürfte erst ab EC 31/32 erforderlich sein.

Triticale

Um den 10. Oktober bestellte frühschossende Triticalesorten (z.B. Lumaco, Ramdam) sind seit dieser Woche im Doppelring-Stadium und werden das Spitzenährchen ab dem 10. April erreichen und ab dem 17. April in die „Große Periode“ kommen. Vereinzelt tritt S. tritici nach Weizen als Vorfrucht auf, insbesondere wenn dasWeizenstroh nicht eingepflügt wurde. Ein früher Fungizideinsatz dürfte in den meisten Triticale-Sorten nicht notwendig sein. Extrem für Gelbrost anfällige Sorten wie SU Agendus oder KWS Aveo sind kaum mehr im Anbau. Stärker durch Gelbrost gefährdet sind unter den aktuellen Sorten nur noch Lombardo Rivolt.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.