Der Dinkelmarkt ist seit vorigem Jahr im Keller. Auch wenn ein Teil der diesjährigen Dinkelernte infolge von Lager und Auswuchs nicht mehr als Brotgetreide zu vermarkten ist, gibt der Ernteüberhang aus dem Vorjahr keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich die Preise für Spelzweizen schnell wieder erholen. Wer Dinkel anbauen will, sollte vorher einen Anbauvertrag abschließen.
Die Ertragsangaben für Spelzweizen beziehen sich auf den Vesen-Ertrag. Hohe Dinkel-Erträge liegen über 90 dt/ha, um 10 bis 15 dt/ha unter Winterweizen. Die Ertragsunterschiede zum Weizen sind geringer bei später Aussaat und auf schwächeren Böden. Allerdings ist Dinkel keine Kultur für trocken-heiße Standorte. Dafür kommt er mit Nässe im Boden und schweren, nassen Böden besser zurecht als der Roggen. Auch als Stoppelgetreide kommt Dinkel in Betracht, wird aber durch Halmbasiskrankheiten (Pseudocercosporella, Rhizoctonia) stärker befallen als Winterweizen. Deshalb ist eine konsequente Bekämpfung von Halmbasiskrankheiten auf nassen Standorten im Winter und im zeitigen Frühjahr angebracht.
Vesen sind die Ährchen mit Spelzen, in denen meist zwei Körner (Kerne) stecken. Der Kernanteil schwankt zwischen 70 und 78 %. Die Proteingehalte (11 bis 17 %) beziehen sich auf die Kerne. Hohe Qualität zeichnet sich aus durch gute Schälbarkeit, hohen Kernanteil, hohe Proteingehalte und hohen Sedimentationswert sowie hohe Mehlausbeute.
Beizung von Dinkel
Die Spelzen schützen den Keimling weitgehend vor Krankheiten. Eine Beizung von entspelztem Saatgut ist erforderlich gegen Zwergsteinbrand, der bei früher Aussaat in höheren Lagen (ab 400 m) auftritt. Eine Wirkung gegen Zwergsteinbrand hat das Difenoconazol, enthalten im Landor CT, Difend Extra oder Vibrance Trio. Mit dem Sedaxane im Vibrance Trio wird auch Rhizoctonia erfasst.
Entspelztes Saatgut sollte auf jeden Fall gegen Brande und Fusarien gebeizt werden.






