Rüben können ab einer Bodentemperatur von 8 °C bestellt werden. Zudem sollten die Temperaturen nach der Aussaat eine steigende Tendenz aufweisen, damit die Rüben schnell auflaufen können. Zu lange Auflaufphasen sind in jedem Fall zu vermeiden, da die aktuellen fungiziden Beizwirkstoffe im Rampart (Penthiopyrat) und im Tachigaren (Hymexazol) ansonsten an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Fehlstellen durch boden- und samenbürtige Erreger, z.B. Phytium, Rhizoctonia oder Aphanomyces können die Folge sein.
Geschwächte Rübenpflanzen verlieren zudem ihre Widerstandskraft gegen Schädlinge wie den Rübenerdfloh, der an Keim- und Laubblättern frisst. Die derzeit einzige zugelassene Beize (Tefluthrin) wirkt als Pyrethroid nicht systemisch und wird somit nicht in Spross und Blätter verlagert. Deshalb kann mit der Beize ausschließlich im Boden eine Wirkung auf Moosknopfkäfer, Drahtwürmer, Tausendfüßler und Collembolen erzielt werden. Aber auch bei der insektiziden Beize Tefluthrin ist nach drei Wochen kaum noch mit einer Wirkung zu rechnen.
Dies bedeutet, dass sich aufgrund der aktuellen Beizausstattung die Saattermine der konventionellen Rüben an ökologisch angebaute Rüben annähern werden, obwohl damit wertvolle Vegetationszeit verloren geht.
Wasserbedarf und Saatstärke
Zuckerrüben mit einem Rübenertrag von 1000 dt/ha verbrauchen im Feld 360 mm Wasser. Dazu kommt der Wasserverbrauch durch die Blätter von 180 mm. Abgesehen von Standort und Sortenwahl kann die Blattmasse (BFI) und der Wasserverbrauch durch eine angepasste Stickstoffdüngung gesteuert werden. Moderne Sorten erreichen bereits mit einem BFI von 3,5 bis 4,5 das maximale Ertragspotenzial. Zu viel Blattmasse vermindert die Wasser- und Lichtnutzungseffizienz und verschlechtert die Umlagerung aus den Blättern. Rüben dürfen folglich nicht mit den Augen einer Kuh betrachtet werden. Weniger Blatt ist oft mehr!
Um 1000 dt/ha Rüben zu produzieren, muss der Standort in der Hauptvegetationszeit (ab Reihenschluss bzw. ab Beginn des sekundären Dickenwachstums) 550 mm Wasser aus dem Boden und durch Niederschläge zur Verfügung stellen. Eine 1000 g schwere Zuckerrübe benötigt 50 – 55 l Wasser. Bei einer Regenmenge von 250 mm von Mai bis September können somit auf einem 70er Boden (200 mm nFK = nutzbare Feldkapazität) 9 Rüben versorgt werden.
Bei später Rübenernte sind für den gleichen Flächenertrag weniger Rüben notwendig. Ergo ist es auf Böden mit geringer Wasserspeicherung sinnvoller weniger Rüben zu säen, diese aber länger stehen zu lassen. Umgekehrt führen höhere Bestandesdichten bei Frührodung zu höheren Zuckererträgen (bessere Standorte wählen).
Daraus ergeben sich in Abhängigkeit von Standort und Rodetermin für Zuckerrüben folgende Soll-Bestandesdichten (Anzahl Rüben je Hektar):

Fortsetzung folgt im Info 06/2023, hier der Link dazu






