In den letzten 8 Tagen fiel in ganz Deutschland kaum Regen. Da für die kommende Wochen kaum Regen angekündigt ist, dürfte sich das Fusarienrisiko für die meisten Standorte weitgehend erledigt haben, wenn die Staubbeutel auch in den unterständigen Weizenähren abgefallen sind.
In nächster Zeit kann nur noch Spätbefall mit Braunrost im Weizen und Durum merklichen Schaden anrichten. Mit Braunrost ist bei Temperaturen über 18 °C und Regenschauern zu rechnen.
Braunrost lässt sich mit Tebuconazol gut bekämpfen, auch wenn bereits Pusteln zu erkennen sind. Das Problem ist, dass die Tebuconazol-Spritzung gegen Braunrost bis EC 69 (Ende der Blüte) abgeschlossen sein muss, da danach die Spritzung nicht mehr zulässig ist.
Aus diesem Grund ist es angebracht, noch nicht gemähte Grasbestände in der Nachbarschaft auf den Befall mit Braunrost unter die Lupe zu nehmen.
Entdecken Sie dort Braunrost, lässt sich das Risiko in Weizensorten mit höherer Anfälligkeit gegen Braunrost (z.B. Axioma, Benchmark, Euclid, Julius, KWS Donovan, Lemmy, LG Initial, Nordkap, Opal, Patras, Tobak) durch die Spritzung mit 125 g/ha Tebuconazol in EC 69 begrenzen. Die Tebuconazol-Wirkung hält auf der Ähren ca. 12 Tage an.
Bis EC 69 können gegen Braunrost mit längerer Wirkung 0,6 l/ha Elatus Plus (24 Tagen Wirkungsdauer) und verschiedene Azoxystrobin-Produkte (100 g/ha Azoxystrobin mit 20 d Wirkung) gespritzt werden. 42 Tage Wartezeit einhalten.
Mit dem Zusammenbruch der Blattlaus-Population ist ab der letzten Juniwoche zu rechnen. Bis dahin müssen Blattläuse bekämpft werden, solange der Korninhalt noch flüssig ist. Die offizielle Bekämpfungsschwelle liegt nach der Blüte bei 60 % mit Blattläusen besetzten Ähren bzw. bei 5 Blattläusen je Ähre. In Qualitätsweizen sollte die Bekämpfungsschwelle niedriger angesetzt werden, weil Blattläuse beim Saugen Amylasen übertragen, die zum vorzeitigen Auswuchs führen.
Ausräumen der Blattläuse mit 150 g/ha Pirimor (aktuell ausverkauft) + 5 % AHL, keine Dauerwirkung, nützlingsschonend
Alternative: 100 g/ha Teppeki, Dauerwirkung (über 20 d), nützlingsschonend
Zumischung von 15 % AHL möglich
Durch die Kombination von Teppeki + AHL kann die Wirkung von Teppeki abgesichert werden.
Der Wirkstoff Flonicamid besitzt einen negativen LogPOW-Wert und wird über die Kutikula nur schwer aufgenommen. Durch den Einsatz von AHL bleibt der Spritztropfen länger feucht (geringer Deliquenzpunkt), die Kutikula quillt auf und es entstehen polare Poren, durch den das Flonicamid besser aufgenommen wird.






